US-Prozess Zehn Münzen für 80 Millionen Dollar

Diese Goldmünzen dürfte es gar nicht geben: 1933 ordnete der US-Präsident an, eine Prägung wieder einzuschmelzen. Irgendwie kamen einige Münzen in Umlauf, zehn davon entdeckten die Nachfahren eines Goldhändlers. Die US-Regierung erklärt das Erbe zu Staatseigentum - nun ist der Fall vor Gericht.
Streitobjekt: Um diese Goldmünzen streitet die US-Regierung mit einer Familie

Streitobjekt: Um diese Goldmünzen streitet die US-Regierung mit einer Familie

Foto: AP/ U.S. Mint

Philadelphia - Die Geschichte, über die nun ein Gericht in Philadelphia zu entscheiden hat, beginnt im Jahr 1933. Damals ließ die US-Regierung erst eine halbe Million Goldmünzen prägen. Doch bevor sie in Umlauf kamen, ordnete Präsident Franklin D. Roosevelt aus Sorge vor Goldhortern an, alle Münzen einzuschmelzen - alle, bis auf zwei, die ins Museum kamen.

So schien es jedenfalls bis 2003, dann entdeckten Nachkommen eines Goldhändlers in Philadelphia zehn der Münzen, die 1933 eigentlich eingeschmolzen werden sollten, in einem Schließfach. Sie fragen bei der US-Münzanstalt nach, ob man die Echtheit der Geldstücke bestätigten könne. Die Antwort: Die US-Regierung lasse die Münzen einziehen, erkläre sie zu Staatseigentum.

Nun ist der Fall in Philadelphia vor Gericht: Die Nachkommen des Mitarbeiters der US-Prägeanstalt argumentieren, der Staat dürfe nicht einfach so auf Verdacht das Eigentum der Bürger einziehen. Die Vertreter der US-Regierung hingegen sagen, die Münzen könnten nur durch Diebstahl in Privatbesitz gekommen sein. Der Goldhändler habe die Münzen womöglich von einem Mitarbeiter der Prägeanstalt gekauft, der diese am Arbeitsplatz geklaut hatte.

Allerdings hatte die US-Regierung 2002 schon einmal dem Verkauf einer der Münzen aus der eingeschmolzenen Prägung im Jahr 1933 zugestimmt, wie die " New York Times " berichtet. Damals erzielte der Händler, der die Münze versteigerte, einen Erlös von 7,6 Millionen Dollar. Man habe sich damals geirrt, erklärte nun eine Regierungsvertreterin.

Der Fall ist für viele US-Münzsammler von grundsätzlicher Bedeutung. Sollte die US-Regierung den Prozess gewinnen, könnte sie womöglich in anderen Fällen auch nachträglich Münzen zu ihrem Eigentum erklären, die seit Jahrzehnten in Sammlerhand sind und einst guten Glaubens von Händlern gekauft wurden.

lis

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