»Das FBI nimmt alle potenziellen Drohungen ernst« Angeblicher Aufruf zu Schusswaffengewalt an US-Schulen auf TikTok sorgt für Wirbel

Bisher ist es lediglich ein Gerücht: Auf TikTok soll es Drohungen mit Schusswaffengewalt an Schulen in den USA gegeben haben. Das FBI und das Weiße Haus reagierten.
Polizeieinsatz nach einem Schulmassaker in Oxford im US-Bundesstaat Michigan (am 30. November)

Polizeieinsatz nach einem Schulmassaker in Oxford im US-Bundesstaat Michigan (am 30. November)

Foto: Todd Mcinturf / dpa

Geschlossene Schulen, verschärfte Polizeipräsenz, Ermittlungen des FBI und eine Reaktion des Weißen Hauses: Ein angeblicher Aufruf zu Schusswaffenangriffen an Schulen auf der Videoplattform Tiktok hat am Freitag in den USA besorgte Reaktionen ausgelöst. Das US-Heimatschutzministerium sagte zwar, es gebe keine Hinweise für »spezifische, glaubwürdige Bedrohungen« für Schulen, rief aber zur Wachsamkeit auf. Einige Schulen blieben am Freitag geschlossen. Andere informierten Eltern über die Gerüchte und kündigten zusätzliche Polizeistreifen an.

»Es zirkulieren Informationen, dass heute ein Tag von Angriffen an Schulen sein könnte«, schrieb eine Schule in der Hauptstadt Washington an Eltern. »Die Verwaltung und die Polizei sind darüber informiert und beobachten die Lage.« Ein Schulbezirk im Bundesstaat Pennsylvania informierte Eltern darüber, dass die Polizeipräsenz an Schulgebäuden erhöht werde, auch wenn die »Bedrohung« nicht als »glaubwürdig« eingestuft werde.

Selbst die Pressesprecherin von US-Präsident Joe Biden sah sich zu einer Stellungnahme genötigt: »Das Weiße Haus und die Bundespolizeibehörden beobachten sorgfältig Gewaltdrohungen an Schulen, die in den sozialen Netzwerken zirkulieren«, schrieb Jen Psaki auf Twitter. »Wir wissen, dass eine Reihe von Schulen im ganzen Land heute schließen, und dass einige Eltern ihre Kinder zu Hause lassen.«

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»Das FBI nimmt alle potenziellen Drohungen ernst«, teilte derweil die US-Bundespolizei mit. »Wir arbeiten mit unseren Polizeipartnern zusammen, um die Glaubwürdigkeit von Drohungen festzustellen.«

Unklar war allerdings zunächst, woher die Drohung genau stammen soll. Tiktok teilte mit, es gebe keine Hinweise, dass solche Drohungen von der Plattform stammten oder auf Tiktok verbreitet würden. »Wir haben eingehend nach Inhalten gesucht, die für Gewalt an Schulen heute werben, aber wir haben immer noch nichts gefunden«, schrieb die insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebte Videoplattform auf Twitter. »Was wir finden, sind Videos, in denen über dieses Gerücht gesprochen wird.« Tiktok warf außerdem Medien vor, auf Grundlage von Gerüchten über einen angeblichen Trend zu berichten, für dessen Existenz es keine Hinweise gebe. Das könne Menschen dazu anstiften, echten Schaden anzurichten.

In den USA kommt es immer wieder zu Schusswaffenangriffen an Schulen oder gar Schulmassakern mit vielen Toten. Erst Ende November erschoss ein 15-Jähriger an einer Schule im Bundesstaat Michigan vier Mitschüler. In der Folge gab es Ängste vor Nachahmungstätern.

jso/AFP
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