Nach Kältewelle im US-Bundesstaat New York Behörden warnen vor Überschwemmungen wegen schmelzenden Schnees

Mehr als 50 Menschen sind gestorben, Tausende Flüge fielen aus: Nach der verheerenden Kältewelle in den USA und Kanada drohen nun neue Gefahren.
Ein Einwohner aus Buffalo im US-Bundesstaat New York versucht sich seinen Weg durch den Schnee zu bahnen

Ein Einwohner aus Buffalo im US-Bundesstaat New York versucht sich seinen Weg durch den Schnee zu bahnen

Foto: JOED VIERA / AFP

In den USA sind bislang mindestens 53 Menschen wegen der Kältewelle gestorben. Im besonders betroffenen Bundesstaat New York meldeten die Behörden 31 Todesopfer allein im Landkreis Erie, in dem auch die Großstadt Buffalo liegt.

Auch am Mittwoch fielen infolge des Sturms Tausende Flüge aus. US-Präsident Joe Biden bewilligte Notstandshilfen des Bundes für den Staat New York.

»Wir erholen uns von einem der schlimmsten Stürme, den wir je gesehen haben, leider mit der höchsten Zahl an Todesopfern, die wir je bei einem Sturm hatten«, sagte der Verwaltungschef von Erie County, Mark Poloncarz, vor Journalisten. Nach Angaben von Buffalos Bürgermeister Byron Brown rechnet die Polizei mit weiteren Todesopfern.

Und nun drohen neue Gefahren: Der US-Wetterdienst sagte für den Westen des Staats New York für die kommenden Tage Tauwetter voraus. Nach teilweise zweistelligen Minusgraden sind bis zum Wochenende nun Temperaturen um zehn Grad Celsius vorhergesagt. Die Behörden warnen bereits vor Überschwemmungen durch schmelzenden Schnee, wie auch CNN meldet.  

In Buffalo waren nach den Weihnachtsfeiertagen Tausende Menschen weiterhin ohne Strom. Tote wurden in ihren Autos oder unter Schneewehen gefunden. Rettungskräfte gingen auf der Suche nach weiteren Todesopfern oder festsitzenden Autofahrern von Fahrzeug zu Fahrzeug.

Eine 22-Jährige aus Buffalo starb in ihrem Auto, nachdem sie auf dem Heimweg von der Arbeit im Schnee stecken geblieben war, wie der Fernsehsender WSOC-TV unter Berufung auf ihre Familie berichtete.  Einsatzkräfte, die bei einem Rettungsversuch selbst stecken geblieben waren, fanden sie 18 Stunden später tot auf. Nach Angaben ihrer Familie starb die junge Frau möglicherweise an einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Ein Vater sagte der »New York Times«,  er habe elf Stunden lang mit seinen vier kleinen Kindern in seinem Auto in Buffalo fest gesessen. Der 30-jährige Zila Santiago ließ seinen Motor laufen, um Wärme zu erzeugen, und gab seinen Kindern Saft. Sie wurden schließlich im Morgengrauen von einem vorbeifahrenden Schneepflug gerettet.

Ein Fahrverbot für Buffalo blieb unterdessen auch am Dienstag in Kraft. »Sie können auf jeden Fall rausgehen und nach Nachbarn sehen, zu offenen Geschäften gehen, und so weiter. Aber fahren Sie nicht«, schrieb Verwaltungschef Poloncarz im Onlinedienst Twitter.

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Einige Einwohner der an Schneestürme gewöhnten Stadt kritisierten, das am Freitagmorgen verhängte Fahrverbot sei zu spät gekommen, um Chaos zu vermeiden. Zu viele Leute seien dennoch gefahren und hätten sich nicht an das Verbot gehalten.

Buffalos Flughafen blieb geschlossen, landesweit wurden laut der Website flightaware.com am Dienstag und Mittwoch mehr als 5900 Flüge gestrichen. Besonders betroffen war die Fluggesellschaft Southwest Airlines, bei der mehr als 60 Prozent der Flüge ausfielen, wie auch ABC News berichtet.  

kha/AFP

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