USA-Besuch Charles prangert Elend in Simbabwe an

Es war ein politisch brisantes Statement zum Auftakt seiner einwöchigen USA-Reise: Beim Besuch des Uno-Hauptquartiers in New York hat Prinz Charles die Weltorganisation dringend gebeten, sich mit der verheerenden Lage in Simbabwe zu befassen.


Prinz Charles und Ehefrau Camilla am Hanover Square in New York
AP

Prinz Charles und Ehefrau Camilla am Hanover Square in New York

New York - Die Bevölkerung des südafrikanischen Landes mache eine "traumatische Erfahrung" durch, sagte der britische Thronfolger gestern Abend in New York. In Simbabwe droht zurzeit eine Hungersnot, für die vor allem die Agrarpolitik von Präsident Robert Mugabe verantwortlich gemacht wird.

Charles hatte das Uno-Hauptquartier am East River ohne Camilla besucht. Etwa 20 Minuten plauderte er locker und gut gelaunt mit Generalsekretär Kofi Annan sowie Diplomaten und Geschäftsleuten aus aller Welt. Vor rund 200 Spitzenvertretern der Wirtschaft würdigte der Prinz die Bedeutung der Vereinten Nationen. Diese hätten sich in ihrer 60-jährigen Geschichte stets neuen Herausforderungen stellen müssen. Ihnen obliege es, die Welt auch für künftige Generationen zu erhalten. Knapp eineinhalb Stunden widmete Charles einer Debatte über Programme, die jungen Leuten in aller Welt zum Start in das Berufsleben und ganz speziell zum Aufbau eigener Kleinunternehmen verhelfen sollen.

Der britische Thronfolger und seine Gattin Camilla waren gestern in New York eingetroffen. Zum Auftakt ihrer ersten offiziellen Auslandsreise seit ihrer Hochzeit im April besuchten sie den Ground Zero, das Gelände des zerstörten World Trade Centers. Am nahen Hanover Square legten sie den Grundstein für einen Garten zur Erinnerung an die britischen Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Anschließend fuhren sie zu einem Empfang im Museum für moderne Kunst. Am Mittwoch wird das Paar von US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus zum Mittagessen empfangen. Geplant sind außerdem Besuche in New Orleans und San Francisco.

Während die europäische Presse die Reise detailliert verfolgt, scheint sich das Interesse in den Vereinigten Staaten in Grenzen zu halten: Weder der US-Nachrichtensender CNN noch die lokale Fernsehstation New York 1 würdigten die Ankunft des britischen Thronfolgers durch aktuelle Berichterstattung. In den USA geht man davon aus, dass der Besuch nicht sehr glamourös ausfallen wird.



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