USA Brite wollte Boden-Luft-Raketen an Terroristen verkaufen

In den USA ist ein Brite festgenommen worden, der Boden-Luft-Raketen an muslimische Extremisten verkaufen wollte. Verdeckt ermittelnde FBI-Agenten hatten sich zum Schein auf ein Geschäft eingelassen. Sie bestellten eine Rakete, mit der Passagierflugzeuge abgeschossen werden können.


In einem Gebäude in Manhattan haben FBI-Mitarbeiter Beweismaterial entdeckt
AP

In einem Gebäude in Manhattan haben FBI-Mitarbeiter Beweismaterial entdeckt

Washington - Der Mann habe einem FBI-Agenten, der sich als Extremist ausgab, eine russische Igla-Rakete zugesagt, verlautete am Dienstag aus Justizkreisen in den USA. Bei dem Scheingeschäft sei vereinbart worden, dass es sich um eine Waffe handeln müsse, mit der ein Passagierflugzeug abgeschossen werden könnte. Der laut CNN bekannte Waffenhändler habe den FBI-Leuten gegenüber behauptet, die Rakete könne sogar die mit Raketenabwehrsystem ausgerüstete Präsidentenmaschine Air Force One abschießen

Dem britischen Rundfunksender BBC zufolge wurden russische Ermittler vor rund fünf Monaten in Sankt Petersburg auf den Waffenhändler aufmerksam. Wie der BBC-Korrespondent Tom Mangold berichtete, soll der Verdächtige die Rakete für 85.000 Dollar (75.000 Euro) von einem korrupten Manager einer russischen Fabrik erhalten haben. 50 weitere Raketenwerfer seien ihm zugesagt worden.

Per Schiff in die USA

Russische Igla-Rakete: 50 weitere Raketenwerfer waren zugesagt
AP

Russische Igla-Rakete: 50 weitere Raketenwerfer waren zugesagt

Der gebürtige Inder habe die russischen Rakete als medizinisches Gerät getarnt per Schiff in die USA gebracht, sei dabei aber schon seit Monaten von Agenten der US-Bundespolizei FBI beobachtet worden. Die Rakete sei so präpariert worden, dass ein Abfeuern nicht möglich gewesen wäre.

Der Brite flog laut BBC am Sonntag von London aus nach New York. Er wurde nach US-Angaben am Dienstag in Newark im Staat New Jersey festgenommen. Zwei weitere Personen seien zeitgleich in Manhattan festgenommen worden. Der Zugriff folgte rund fünfmonatigen Ermittlungen in Zusammenarbeit mit den britischen und russischen Behörden.

Die Igla-Raketen können von der Schulter aus abgefeuert werden. Die Sicherheitsbehörden befürchten, dass Terroristen mit solchen Raketen Passagierflugzeuge abschießen könnten. Ein Anschlag dieser Art auf ein israelisches Charterflugzeug schlug im November vorigen Jahres in Mombasa in Kenia fehl.



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