Stromausfälle, Brände, Steinschlag Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert Südkalifornien

Zum zweiten Mal in zwei Tagen schreckt ein kräftiges Beben die Menschen in Südkalifornien auf. Es trifft erneut die Region um Ridgecrest im Osten des US-Staates. Es ist das stärkste Beben seit zwei Jahrzehnten.

Eine Folge des Erdbebens: Brand im kalifornischen Ridgecrest
Jessica Weston/ AP

Eine Folge des Erdbebens: Brand im kalifornischen Ridgecrest


Der Süden Kaliforniens ist erneut von einem heftigen Erdbeben erschüttert worden. Nach Angaben der Erdbebenwarte USGS hatte das Beben vom Freitagabend (Ortszeit) eine Stärke von 7,1. Der Erdstoß ereignete sich 17 Kilometer nordöstlich der Kleinstadt Ridgecrest. Es war die gleiche Region, in der bereits am Donnerstag die Erde gebebt hatte.

Nach Angaben der Erdbebenwarte war das Beben vom Freitagabend elfmal stärker als das Vorbeben. Es sei Teil einer sogenannten Erdbebensequenz. Die Erschütterung war noch im gut 250 Kilometer entfernten Los Angeles zu spüren. Die Feuerwehr entsandte dort Fahrzeuge und Hubschrauber, um mögliche Schäden zu prüfen und in Schadensfällen Hilfe zu leisten.

Steinschlag auf dem Highway 178:

Welle im Swimmingpool:

Eine Anwohnerin beschrieb dem Sender CNN, dass der Boden und ihr Haus stark schwankte. Der Strom sei ausgefallen. Die Besitzerin eines Motels in Ridgecrest schilderte aufgeregt, dass das Gebäude geschwankt habe. Die Gäste seien in Panik aus ihren Zimmern gerannt.

Die Feuerwehr im Bezirk Kern County berichtete von zahlreichen Anrufen. Es sollen mehrere Feuer ausgebrochen sein. Fernsehbilder zeigten Einsatzteams beim Löschen von Bränden. Die Behörde teilte in der Nacht mit, dass Helfer in Ridgecrest von Haus zu Haus gehen würden. Es lägen zunächst keine Berichte über Todesopfer oder eingestürzte Gebäude vor, sagte Feuerwehr-Chef David Witt. In einigen Stadtvierteln sei der Strom ausgefallen.

In einem Supermarkt im kalifornischen Yucca Valley ist die Ware aus den Regalen gefallen
Chad Mayes /AP

In einem Supermarkt im kalifornischen Yucca Valley ist die Ware aus den Regalen gefallen

Der Gouverneur von Kalifornien hat für die betroffene Region den Notstand ausgerufen. Auf diese Weise können schnell Einsatzkräfte und Gelder mobilisiert werden.

Das erste starke Beben am Donnerstag in der Wüstenregion über 200 Kilometer nordöstlich von Los Angeles hatte eine Stärke von 6,4. Schon dieses Erdbeben hatte damit in seiner Heftigkeit alles übertroffen, was es in den vergangenen 20 Jahren im Süden Kalifornien gegeben hatte. Es folgten Hunderte Nachbeben. Seismologen hatten davor gewarnt, dass noch größere Beben folgen könnten.

Video-Bericht über das Erdbeben am Donnerstag:

Mario Tama/Getty Images/AFP

Auch den Erdstoß am Donnerstag konnten Millionen Menschen von Sacramento im Norden Kaliforniens bis San Diego und von Los Angeles bis nach Las Vegas im Wüstenstaat Nevada sowie an der Nordgrenze Mexikos spüren. Die Kleinstadt Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark war am stärksten betroffen. Todesopfer oder Schwerverletzte gab es nicht.

Nach den beiden Beben, die in einem weiten Umkreis zu spüren waren, wurden im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat Befürchtungen laut, diese könnten ein Vorbote eines großen Erdbebens sein, das Seismologen entlang der San-Andreas-Verwerfung befürchten.

oka/AFP/dpa



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