Wetternotlage im Westen der USA »Es ist eine apokalyptische Atmosphäre mit dieser Rekordhitze«

Phoenix meldet 48 Grad, im Death Valley sind es 53. Extreme Temperaturen heizen dem Südwesten der USA ein. Experten warnen vor Gesundheitsrisiken und einem Kollaps des Stromnetzes.
Lake Oroville in Kalifornien: In vielen Regionen herrscht Dürrenotstand

Lake Oroville in Kalifornien: In vielen Regionen herrscht Dürrenotstand

Foto: AUDE GUERRUCCI / REUTERS

Experten sprechen von einer Wetternotlage: Fast 50 Millionen Menschen im Südwesten der USA sind von einer extremen Hitzewelle bedroht. Die Temperaturen in Rekordhöhe haben die Stromversorgung an den Rand des Zusammenbruchs gebracht.

»Es ist eine apokalyptische Atmosphäre, mit dieser Rekordhitze und dem Rauch der Waldbrände, der durch die Sonoran-Wüste zieht«, sagte Emily Kirkland, Organisatorin für einen gemeinnützigen Verein in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona.

DER SPIEGEL

Die kalifornischen Stromnetzbetreiber riefen die Hausbesitzer auf, Strom zu sparen und Klimaanlagen herunterzufahren. Die anhaltende Hitze und jahrelange Dürre im Südwesten der USA überlastet die Stromnetze in Kalifornien und Texas und verstärkt die Ausbreitung von Waldbränden. Der Nationale Wetterdienst gab Warnungen vor übermäßiger Hitze mit mehr als 39 Grad für fünf Bundesstaaten heraus – Kalifornien, Nevada, Utah, Arizona und Teile von Colorado.

Vielerorts sind die Temperaturen bereits darüber hinaus gestiegen. Phoenix meldet zwischenzeitlich mit 48 Grad Celsius einen neuen Rekord. Auch in anderen Orten wurden in den vergangenen Tagen mehrfach neue Hitzerekorde verzeichnet. Im Death Valley wurden am Donnerstag 53 Grad Celsius gemessen.

88 Prozent des Südwestens im Dürrenotstand

Experten warnen nun vor Gesundheitsrisiken. Hohe Temperaturen seien in den USA für mehr Tode verantwortlich als alle anderen Naturkatastrophen zusammen, hieß es bei der Nachrichtenagentur AP.

Um Hitzeschäden zu vermeiden, fordern Behörden die Bevölkerung in sozialen Medien dazu auf, viel Wasser zu trinken, sich nicht in der Sonne aufzuhalten und regelmäßige Pausen zu machen. Zudem wird davor gewarnt, Kinder oder Tiere in stehenden Autos warten zu lassen.

Experten fürchten außerdem lebensgefährliche Waldbrände, die durch die fortdauernde Dürre in der Region verschlimmert werden. Etwa 88 Prozent der betroffenen Regionen, darunter die gesamten Bundesstaaten Kalifornien, Oregon, Utah und Nevada, befinden sich Erhebungen der US-Regierung zufolge in einem Dürrenotstand.

Der Westen der USA litt vergangenes Jahr besonders unter Bränden, die durch eine anhaltende Trockenheit aufgrund des Klimawandels ausgelöst wurden. Dutzende Menschen starben, allein in Kalifornien brannte eine Fläche von etwa 17.000 Quadratkilometern.

asc/Reuters/AP
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