Polar Vortex in den USA "Es fühlt sich fast wie Trockeneis an"

Eine brutale Kältewelle hat große Teile der USA weiterhin im Griff. Bereits nach fünf Minuten drohen Erfrierungen. Mancherorts wurde wegen Engpässen in der Erdgasversorgung gebeten, die Heizregler herunterzuschalten.

Ein Mann steht in New York City an einer Ampel.
AFP

Ein Mann steht in New York City an einer Ampel.


In den USA bleibt es arktisch. Das öffentliche Leben blieb im Mittleren Westen des Landes großteils lahmgelegt. Mindestens zehn Menschen kamen laut US-Medien bis Donnerstag infolge der arktischen Temperaturen ums Leben. Auch kam es weiterhin zu massiven Störungen des Zug- und Flugverkehrs sowie der Strom- und Wasserversorgung.

Zu den gemeldeten Kältetoten gehörte ein 18-jähriger Student im Bundesstaat Iowa. Er wurde am Mittwoch auf einem Universitätscampus in Iowa City gefunden. Der Nationale Wetterdienst der USA warnte die Bewohner der betroffenen Gebiete, der eisige Wind könne bereits binnen fünf Minuten Erfrierungen an ungeschützter Haut verursachen. "Es gibt Kälte und es gibt KÄLTE", erklärte die Behörde. "Eine extreme und gefährliche KÄLTE."

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USA: Kälte hält an

"Die Temperaturen sind lebensgefährlich und wir müssen dementsprechend handeln", sagte auch der Bürgermeister von Chicago, Rahm Emanuel. In der drittgrößten Stadt des Landes war die Temperatur am Mittwoch auf den zweitniedrigsten jemals gemessenen Wert gesunken - minus 31 Grad. Wegen des Windes lag die gefühlte Temperatur dort zeitweise sogar bei minus 46 Grad.

Brand in Gasanlage verschärft das Problem

Für die etwa 16.000 Obdachlosen der als "Windy City" (Windige Stadt) bezeichneten Metropole im Bundesstaat Illinois richteten die Behörden mehr als 270 Wärmestuben ein. Dafür wurden neben Amtsgebäuden und Bibliotheken auch Polizeiwachen genutzt. "Es fühlt sich fast wie Trockeneis an", sagte der 31-jährige Leon Gilbert, der trotz der Kälte zur Arbeit in einem Café im Zentrum von Chicago erscheinen musste. "Ich fühle, wie sich meine Haut zusammenzieht."

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twitter / Clay Carroll

Viele Geschäfte, Firmen, Behörden und Schulen blieben geschlossen. Auch fielen weiterhin zahlreiche Flüge aus - allein in Chicago waren es mehr als 1600. Das Bahnunternehmen Amtrak leitete aber in Chicago langsam wieder den Betrieb ein, nachdem es seinen Verkehr in der Stadt eingestellt hatte.

In den Bundesstaaten Michigan und Minnesota drohten wegen der auf Hochtouren laufenden Heizungen Engpässe in der Versorgung mit Erdgas. Die Lage wurde durch einen Brand in einer Gasanlage in Michigan noch verschärft. Die örtlichen Behörden forderten die Verbraucher auf, ihre Heizregler herunterzudrehen.

Teile der Niagara-Fälle sind eingefroren

Die arktische Kältewelle sorgte auch für kuriose Phänomene. Über dem riesigen Michigan-See stieg Dampf auf, weil kalte Luftmassen über das wärmere Seewasser zogen. Teile der gewaltigen Niagara-Fälle sind eingefroren.

Linderung soll in Sicht sein. Der Nationale Wetterdienst sagte voraus, dass die Temperaturen ab Freitag im Mittleren Westen langsam steigen würden.

Ursache der extremen Kältewelle ist arktische Luft, die sich von dem normalerweise um den Nordpol kreisenden sogenannten Polarwirbel gelöst hatte. Für diese Abspaltung könnte laut einer wissenschaftlichen These die Klimaerwärmung verantwortlich sein.

US-Präsident Donald Trump, der nichts von Klimaschutzmaßnahmen hält, hatte allerdings wegen der Kältewelle den Klimawandel erneut angezweifelt. "Was zum Teufel ist mit der Erderwärmung los? Bitte komm schnell zurück, wir brauchen dich", spottete er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Nationale Meeres- und Atmosphärenbehörde (NOAA) merkte an, Winterstürme seien "kein Beweis dafür, dass es keine globale Erwärmung gibt".

sth/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
ichliebeeuchdochalle 31.01.2019
1.
In God's own country ist der Teufel los ... ich gehe davon aus, daß der Grund ist, daß "God" mit der Wahl Trumps nicht einverstanden ist, nicht damit, daß die Hälfte der an der Wahl teilgenommenen Wähler, diesen Mann gewählt haben.
eichenbohle 31.01.2019
2. Da hängt man sich einen Wunderbeutel um.
In Kanada, Grönland, "Lappland" und zwischen Murmansk und ganz Nordsibirien ist es immer, mal mehr oder weniger genau so kalt - und das fast jedes Jahr. Da bricht auch nichts zusammen und vor allem jammert da keiner rum - schon gar nicht die deutschen Medien, wenn es um die USA geht. Es dauert auch immer eine Woche, wenn ein Hurrikan die Papp- und Holzbuden zerkleinert - sichtbar an den Holzhaufen, die man dann "zerstörte Häuser" nennt. Eine Interessante Nachricht war mal: "Yellow Stone Park Caldera ausgebrochen!" .
dodgerone 31.01.2019
3. Is halt nicht Afrika...
... und ja in Europa und den USA gibts echten Winter. Wahnsinn! Da muss natürlich kräftig geheult werden. In Teilen Europas ist es jeden Winter so kalt, und damit wird man nicht behelligt.
Websingularität 31.01.2019
4. Klimawandel
Man hat schon seit Jahren gewusst, dass das so kommt. https://www.youtube.com/watch?v=MjMmDsycHC0&feature=youtu.be&t=56 Es wurde mal wieder nix unternommen. Tsss.... Kopfschüttel.
aaaron 31.01.2019
5. Ach, in den USA ist der Teufel los?
Zitat von ichliebeeuchdochalleIn God's own country ist der Teufel los ... ich gehe davon aus, daß der Grund ist, daß "God" mit der Wahl Trumps nicht einverstanden ist, nicht damit, daß die Hälfte der an der Wahl teilgenommenen Wähler, diesen Mann gewählt haben.
Hier der völlig entspannte Kommentar vom Nationalen Wetterdienst der USA: https://www.weather.gov/safety/cold-polar-vortex Kurzfassung: Cool bleiben. Das ist nur ein lange bekanntes Wetterphänomen.
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