USA Hunde und Katzen leiden unter der Immobilienkrise

Der Besitzer geht, sein vierbeiniger Freund bleibt zurück: Tierschützer warnen, dass die Immobilienkrise in den USA nicht nur bittere Folgen für die Hausbewohner, sondern auch für deren Haustiere hat.


Chicago - Unter der Immobilienkrise in den USA leiden zusehends auch Hunde und Katzen. Wenn Hausbesitzer pleite gingen, ließen viele von ihnen die Vierbeiner unversorgt zurück, sagte Stephanie Shain von der Tierschutz-Organisation Humane Society of the United States. Zum Teil würden die Tiere sogar in Schränke gesperrt. Nur die sorgsameren Zeitgenossen dächten daran, die Vierbeiner in Tierheime zu bringen.

"Wir finden viel zu viele Tiere, die verhungert sind", sagte Shain. In zahlreichen Fällen sei es vorgekommen, dass Hunde und Katzen stundenlang vergeblich an Türen und Fenstern der verlassenen Häuser kratzten. "Sie fressen alles, Möbel, Teppiche, Bilder", fügte Shain hinzu.

In Cincinatti seien in einem verlassenen Haus 60 verwahrloste Katzen gefunden worden. In Chicago kommen nach Angaben der Animal Welfare League jede Woche rund 15 bis 20 Familien ins Tierasyl, um ihre Vierbeiner loszuwerden. Zusätzlich bringt die Polizei laufend Tiere ins Heim.

In den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres wurden in den USA fast zwei Millionen Häuser und Wohnungen wegen Zahlungsunfähigkeit der Eigentümer beschlagnahmt.

han/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.