US-Küste Mindestens sechs Tote durch Hurrikan "Laura"

Hurrikan "Laura" deckte Dächer ab, riss Fassaden von Häusern und ließ Strommasten umknicken: Die Wucht des Sturms hat in Louisiana schwere Schäden angerichtet.
Die gewaltigen Windböen ließen Fensterscheiben zu Bruch gehen

Die gewaltigen Windböen ließen Fensterscheiben zu Bruch gehen

Foto: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP

Nach schweren Schäden an der US-Küste am Golf von Mexiko bewegt sich Hurrikan "Laura" mit heftigen Winden weiter ins Landesinnere. Mindestens sechs Menschen starben.

Vier von ihnen kamen ums Leben, weil Bäume auf Häuser stürzten. Das teilte der Gouverneur des Staates Louisiana, John Bel Edwards, mit. "Laura" war am Donnerstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometern pro Stunde auf das US-Festland getroffen.

Die Wucht des Sturms deckte Dächer ab, riss Fassaden von Häusern weg und ließ Strommasten umknicken. Meerwasser überflutete die Küste weit bis ins Landesinnere. Laut den Behörden in Louisiana ertrank eine Person im Sturm auf einem Boot. Eine weitere starb an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung - ausgelöst durch einen Notstrom-Generator.

"Es ist klar, dass wir keinen absolut katastrophalen Schaden erlitten haben"

John Bel Edwards, Gouverneur von Louisiana

Das Stromnetz habe erheblichen Schaden genommen, sagte Edwards. Nach seinen Angaben fiel in rund 600.000 Haushalten in Louisiana der Strom aus. Der Gouverneur zeigte aber zugleich auf, dass die Behörden insgesamt ein schlimmeres Szenario befürchtet hätten. "Es ist klar, dass wir keinen absolut katastrophalen Schaden erlitten haben." Das Leben Abertausender Menschen sei jedoch auf den Kopf gestellt worden.

US-Präsident Donald Trump kündigte beim Besuch der Zentrale der Katastrophenschutzbehörde Fema an, dass er wahrscheinlich am Wochenende in die betroffenen Gebiete fahren wolle.

Ein Pfeifton sei zu hören gewesen, als der Hurrikan über Sulphur in Louisiana zog, schrieb der Hurrikanjäger Josh Morgerman in den frühen Morgenstunden auf Twitter. Auf einem seiner Videos ist zu sehen, wie der Sturm die Regenmassen vor sich her peitschte - im Licht einer Straßenlaterne sah das aus wie schnell ziehende Nebelschwaden. Menschen wie Morgerman begeben sich ungeachtet der Warnungen in die unmittelbare durch die Stürme verursachte Gefahr.

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Die Behörden hatten Hunderttausende Menschen angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Je näher der Sturm mit zunehmender Stärke der US-Küste am Mittwoch gekommen war, desto eindringlicher wurden die Warnungen. "Gehen Sie jetzt in Deckung", schrieb das Nationale Hurrikanzentrum schließlich. Es handele sich um eine "lebensbedrohliche Situation".

Der Hurrikan klinge wie "ein dröhnendes Düsentriebwerk", beschrieb ein Reporter des Fernsehsenders CNN die Situation in Lake Charles. "Laura" habe selbst die stabilsten Gebäude erzittern lassen, Glasscherben seien durch die Luft geflogen.

Im nahe gelegenen Westlake brannte am Donnerstag eine Chemikalienfabrik. Von der Polizei hieß es, es habe ein Chlorgasleck gegeben. Die Menschen mussten weiterhin in ihren Häusern bleiben.

In der Stadt Lake Charles brach in einer Chemiefabrik ein Brand aus, dichte Rauchwolken zogen über die Gegend

In der Stadt Lake Charles brach in einer Chemiefabrik ein Brand aus, dichte Rauchwolken zogen über die Gegend

Foto: ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP

"Laura" schwächte sich über dem Festland wie erwartet rasch ab, blieb aber weiterhin gefährlich. Die Behörden warnten vor Überschwemmungen im Norden von Louisiana und im Süden des angrenzenden Bundesstaates Arkansas, in dessen Richtung "Laura" weiterzog.

Der Wirbelsturm hatte über ungewöhnlich warmem Meerwasser rasch an Kraft gewonnen und war am Mittwoch innerhalb weniger Stunden von Kategorie zwei auf Kategorie vier hochgestuft worden. Damit war er der erste sehr starke Hurrikan der Saison. Mittlerweile hat "Laura" die Stärke eines Tropensturms, wie das Nationale Hurrikanzentrum mitteilte.

Auf "Lauras" vorherigem Kurs durch die Karibik waren insgesamt mindestens 25 Menschen in Haiti und der Dominikanischen Republik ums Leben gekommen. Auch in Kuba richtete der Sturm schwere Schäden an.

Die US-Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass 2020 ein Rekordjahr für Wirbelstürme werden könnte. Erwartet werden 19 bis 25 Stürme, von denen sieben bis elf Hurrikane werden könnten, drei bis sechs sogar sehr starke mit Windgeschwindigkeiten von 178 Kilometern pro Stunde und mehr. In durchschnittlichen Jahren gibt es an der Atlantikküste zwölf Stürme, von denen sich drei zu Hurrikanen der Kategorie drei, vier oder fünf entwickeln.

sen/dpa/AFP
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