USA Mindestens 14 Tote durch Hurrikan "Laura"

Sturm "Laura" hat in den US-Bundesstaaten Louisiana und Texas Menschenleben gefordert. Einige Opfer starben an Kohlenmonoxidvergiftungen durch Generatoren.
DeRidder im US-Bundesstaat Louisiana

DeRidder im US-Bundesstaat Louisiana

Foto: Bill Feig / AP

Durch den Hurrikan "Laura" sind im Süden der USA mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen.

Im Bundesstaat Louisiana starben mindestens zehn Menschen, wie Gouverneur John Bel Edwards mitteilte. Fünf von ihnen seien an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben - offenbar, weil sie tragbare Generatoren in Innenräumen verwendet hatten. Vier Menschen starben durch umstürzende Bäume. Ein Mann ertrank, nachdem sein Boot im Sturm gesunken war.

Mehr als 460.000 Menschen waren in Louisiana am Freitag ohne Strom, wie es auf der Website Poweroutage.us hieß. Die örtlichen Behörden gehen davon aus, dass es noch über Wochen zu Stromausfällen und Wassermangel kommen wird.

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Tote und Verletzte durch Hurrikan "Laura"

Foto: David J. Phillip / AP

Der Bundesstaat Texas blieb von schwersten Verwüstungen verschont. Drei der vier Toten in Texas sollen auch an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sein. Es handelte sich offenbar um Obdachlose, die in der Stadt Port Arthur in einer Spielhalle Schutz gesucht und dort ihren Generator angeschaltet hätten, teilte der Betreiber mit.

Örtlichen Medienberichten zufolge starb am Freitagmorgen ein Mann im Osten von Texas. Es sei aber noch unklar, ob sein Tod direkt mit dem Sturm in Verbindung stehe. Dem Sender CBS zufolge starb er, als ein Baum auf sein Wohnmobil fiel.

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, sich am Samstag oder Sonntag in die Krisenregion begeben zu wollen. Man habe "ein bisschen Glück" mit "Laura" gehabt, sagte Trump auf einer Pressekonferenz. Der Sturm sei groß und heftig gewesen, "aber er ist schnell vorbeigezogen".

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In den betroffenen Bundesstaaten Louisiana und Texas haben derweil die Aufräumarbeiten begonnen. "Laura" war in der Nacht zum Donnerstag als Hurrikan der Stärke 4 auf der fünfstufigen Skala mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 240 Kilometer pro Stunde auf die US-Küste am Golf von Mexiko geprallt. Es war der stärkste Hurrikan in Louisiana seit mehr als 150 Jahren.

Von Louisiana zog "Laura" - inzwischen zum Tropensturm herabgestuft - nach Norden in Richtung des Bundesstaats Arkansas weiter. Zuvor hatte der Sturm die Karibik passiert. In Haiti erhöhte sich die Zahl der Todesopfer inzwischen auf 31, wie die Zivilschutzbehörde mitteilte.

"Wie ein schlechter Science-Fiction-Roman"

Lauren Sylvester ist nach der Evakuierung von Wohngebäuden am Freitag in ihr Stadthaus in Lake Charles zurückgekehrt. Rund um das Gebäude lagen entwurzelte Bäume, es gab keinen Strom. "Es sind immer noch riesige Schäden", sagte sie der Nachrichtenagentur AP.

Die Infrastruktur in der 80.000-Einwohner-Stadt hat gelitten, viele Straßen sind unbefahrbar, wegen der Stromausfälle funktionieren die Ampeln nicht. Wie lange der Ort von der Wasser- und Stromversorgung abgeschnitten sein wird, ist unklar.

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Bürgermeister Nic Hunter warnte Heimkehrer, dass sie darauf gefasst sein müssten, dass diese Situation mehrere Wochen anhalten könne. "Schauen und wieder wegfahren" sei derzeit vermutlich die beste Option für viele. Etliche Häuser seien unbewohnbar, die Erfahrungen der vergangenen Tage seien wie ein "schlechter Science-Fiction-Roman" gewesen, schrieb Hunter auf Facebook. Das Gesundheitsministerium von Louisiana schätzt, dass 220.000 Menschen derzeit in dem Bundesstaat ohne Wasser sind.

Die Zerstörungen durch Hurrikan "Laura" dürften die Versicherungsbranche nach Schätzung von Experten bis zu zwölf Milliarden US-Dollar (gut 10 Milliarden Euro) kosten. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister CoreLogic bezifferte die versicherten Schäden an Wohn- und Betriebsgebäuden in den US-Staaten Louisiana und Texas auf acht bis zwölf Milliarden Dollar. Viele Geschädigte könnten nach dem Sturm möglicherweise die Kredite für ihre Häuser nicht mehr bezahlen. Dadurch werde die wirtschaftliche Lage von Familien erschwert, die ohnehin wegen der Coronavirus-Pandemie zu kämpfen haben.

Die US-Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass 2020 ein Rekordjahr für Wirbelstürme werden könnte. Erwartet werden 19 bis 25 Stürme, davon sieben bis elf Hurrikans.

ala/AFP/AP
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