Schüsse in US-Supermarkt Todesschütze von Buffalo soll Tatwaffe manipuliert haben

Ein 18-jähriger Weißer soll in den USA zehn Menschen aus rassistischen Motiven erschossen haben. Vor der Tat bearbeitete er offenbar seine Waffe – damit er mehr Munition schneller abfeuern konnte.
Anwohner haben sich nach den tödlichen Schüssen am Tops Friendly Market in Buffalo, New York, versammelt

Anwohner haben sich nach den tödlichen Schüssen am Tops Friendly Market in Buffalo, New York, versammelt

Foto: Brandon Watson / EPA

In der Stadt Buffalo im US-Bundesstaat New York hat ein junger Mann mindestens zehn Menschen getötet und drei verletzt. Der 18-Jährige soll in einem überwiegend von Afroamerikanern bewohnten Stadtteil das Feuer auf Menschen eröffnet haben. Die Tat übertrug er live im Internet. Die Bundespolizei FBI geht von einem rassistischen Motiv aus.

Der mutmaßliche Schütze sei ein »weiterer junger Mann, besessen von unerklärlichem Hass«, kommentierte das »Wall Street Journal«. Es bestehe kein Zweifel daran, »dass es in den USA eine rassistische Subkultur gibt, die über soziale Medien verbreitet wird«.

Derweil werden weitere Details bekannt. So berichtet die »Washington Post «, dass der Tatverdächtige ein sogenanntes Magazin mit hoher Kapazität genutzt habe – ein Schusswaffenmagazin, das es erlaubt, mehr als die vorgesehene Standardanzahl an Patronen aufzunehmen.

Bei der Tatwaffe handelt es sich laut »Washington Post« um ein gebrauchtes halb automatisches Gewehr des Typs Bushmaster XM-15, das der Täter in der Nähe seiner Heimatstadt bei einem lizenzierten Waffenhändler erworben haben soll. Danach habe er eigenhändig die Waffe so präpariert, dass sie mit mehr Munition genutzt werden konnte.

Im Bundesstaat New York sind solche Magazine mit mehr als zehn Schuss verboten. In längeren Onlineposts soll der Verdächtige sein Waffenarsenal beschrieben und erklärt haben, dass er für seine Tat ein Magazin mit 30 Schuss bevorzuge, damit er nicht so häufig nachladen müsse. Der 18-Jährige war am Samstag festgenommen und des mehrfachen Mordes angeklagt worden.

»Sobald eine Waffe den Laden verlassen hat, hast du keine Kontrolle mehr«

Der Besitzer des Waffengeschäfts hatte der »New York Times« und dem Sender ABC am Sonntag bestätigt, dass er dem 18-Jährigen die Waffe verkauft hat. »Ich hatte die bestimmte Waffe in diesem bestimmten Moment vorrätig. Und dieser bestimmte Kerl hat sie gekauft«, sagte der Geschäftsinhaber aus Conklin im US-Bundesstaat New York. »Sobald eine Waffe den Laden verlassen hat, hast du keine Kontrolle mehr.«

Im Bundesstaat New York dürfen Kunden ab 18 Jahren ohne eine Erlaubnis Waffen kaufen und lediglich im Geschäft nachweisen, dass sie nicht vorbestraft oder psychisch krank sind.

Den Strafverfolgungsbehörden zufolge wurde gegen den Tatverdächtigen im vergangenen Juni ermittelt, nachdem er eine mutmaßliche Drohung ausgesprochen hatte. Der örtlichen Polizei zufolge wurde der damals 17-Jährige in Gewahrsam genommen und für ein psychologisches Gutachten in ein Krankenhaus verbracht. Eineinhalb Tage später sei er entlassen worden.

ala