Rassismusvorwurf in den USA "Kein Trinkgeld für Schwarze"

Kelly Carter arbeitet als Kellnerin in einem Restaurant im US-Bundesstaat Virginia. Jüngst präsentierte sie einem Paar die Rechnung - die beiden reagierten laut einem Bericht schroff.

Rassistische Bemerkung auf Quittung
Twitter/ Loudoun County NAACP

Rassistische Bemerkung auf Quittung


Als Kelly Carter am 7. Januar einem weißen Paar die Rechnung präsentierte, machte die Reaktion sie betroffen, so erzählte sie es der BBC. Carter ist Kellnerin in Ashburn im US-Bundesstaat Virginia, in einem Restaurant mit Namen Anita's. Und sie ist schwarz.

Die Gäste zahlten die offene Summe - 30,52 Dollar - dem Bericht zufolge auf den Cent genau. Unter der Quittung sind gekritzelt die Worte zu lesen: "Wunderbarer Service. Kein Trinkgeld für Schwarze." Trinkgeld wird in den USA zwar freiwillig gezahlt, zehn bis 20 Prozent des Rechnungsbetrags werden aber erwartet. Vom regulären Salär können Kellner meist nicht leben.

Nachdem Carter in regionalen Medien über den Vorfall gesprochen hatte, erfuhr sie enorm viel Hilfsbereitschaft. In einer Sammelaktion spendeten etliche Stammkunden insgesamt mehr als 300 Dollar für die Kellnerin. Die Aktion sei phänomenal, sagte der Besitzer des Restaurants der BBC.

Er führte das Verhalten des Paares demnach auch auf die hart geführte Wahlkampagne des neuen US-Präsidenten Donald Trump zurück. Rassismus sei hoffähig seit 18 Monaten, es sei ein Feuer geschürt worden, "das nie mehr ausgeht".

Kelly Carter will der Kränkung mit Sanftmut begegnen. "Eine hasserfüllte Bemerkung kann mich nicht bremsen." Gern wolle sie das Paar noch einmal bedienen, wenn es erneut ins Restaurant kommen sollte. "Meine Arme für sie sind immer noch offen." Und auch ihr Chef hält nichts von Rache. "Aus zwei Fehlern entstünde nicht eine richtige Sache."

sms

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