USA Witwe von Martin Luther King ist tot

Coretta Scott King ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Die Witwe des Bürgerrechtlers Martin Luther King hatte sich zeitlebens für Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen stark gemacht. Auch nach der Ermordung ihres Mannes 1968 führte sie ihr Engagement fort.


Washington - Coretta Scott King hatte im August vergangenen Jahres bereits einen leichten Schlaganfall erlitten. Öffentlich aufgetreten war sie zuletzt am 16. Januar, dem Martin-Luther-King-Tag, zum Gedenken an ihren ermordeten Mann.

Coretta Scott King: Im Alter von 78 Jahren gestorben
AP

Coretta Scott King: Im Alter von 78 Jahren gestorben

Die Witwe des berühmten Bürgerrechtlers hatte das King-Zentrum in Atlanta gegründet und das politische Erbe ihres Mannes fortgeführt, indem sie sich für die Rechte der Schwarzen und weiterer Minderheiten einsetzte. "Ich bin mehr denn je entschlossen, dass der Traum meines Mannes Wirklichkeit wird", sagte sie kurz nach dem Mord an Reverend Martin Luther King, der am 4. April 1968 in Memphis erschossen wurde.

Mehr als ein Jahrzehnt lang setzte sie sich dafür ein, den Geburtstag ihres Mannes im Januar zum nationalen Feiertag in den USA zu erklären. 1983 unterzeichnete schließlich US-Präsident Ronald Reagan das entsprechende Gesetz.

Coretta Scott King zog die vier gemeinsamen Kinder alleine groß und begründete 1969 das Martin-Luther-King-Zentrum für gewaltfreien sozialen Wandel, das sich mit Hunger, Arbeitslosigkeit, Wahlrecht und Rassismus beschäftigt - Themen, die Gewalt hervorrufen, wie sie erklärte. Die Fahnen auf dem Gebäude wehten heute auf halbmast.

Coretta Scott King schrieb ein Buch "Mein Leben mit Martin Luther King jr." und war Gast zahlloser Seminare und Konferenzen. Nach ihrem Schlaganfall konnte sie in diesem Jahr nicht mehr an den Feiern zum Geburtstag ihres Mannes teilnehmen.

Die am 27. April 1927 im Alabama geborene Coretta Scott studierte Gesang in Boston und plante eine Musikerkarriere, als eine Freundin ihr den jungen Baptistenprediger Martin Luther King vorstellte. "Sie wollte, dass ich einen sehr vielversprechenden jungen Baptistenpfarrer treffe", erzählte sie später lachend. "Zu dieser Zeit war ich nicht daran interessiert, einen Pfarrer kennenzulernen." Die beiden heirateten am 18. Juni 1953.



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