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Gestorben Uta Ranke-Heinemann, 93

aus DER SPIEGEL 13/2021
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Es gab einige Kirchenkritiker in ihrer Generation – aber niemand hatte ihre Eleganz, Weltläufigkeit und Ausstrahlung. Aufgewachsen als Tochter des späteren Bundespräsidenten Gustav Heinemann in Essen, war Uta Heinemann die erste Abiturientin des dortigen Burggymnasiums. Sie studierte evangelische Theologie und konvertierte zum Katholizismus, 1969 habilitierte sie als erste Frau weltweit in katholischer Theologie und wurde ein Jahr später Professorin in Neuss. Doch sie glaubte nicht an die Jungfrauengeburt, engagierte sich gegen die Verhütungspolitik und die Pädophilie in der Kirche und war in der Friedensbewegung aktiv. 1999 ließ sie sich als Kandidatin der PDS für die Wahl zum Amt des Bundespräsidenten aufstellen, verlor aber gegen Johannes Rau. Als ihr Hauptwerk gilt »Nein und Amen«, dem sie später den Untertitel »Mein Abschied vom traditionellen Christentum« gab. Uta Ranke-Heinemann starb am 25. März in Essen.

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