Vatikan Asche verstorbener Katholiken darf nicht verstreut werden

Die Asche Verstorbener muss nach einer neuen Weisung des Vatikans "an einem heiligen Ort" die letzte Ruhe finden. Die Asche darf demnach nicht im Freien verstreut werden.

Seebestattung auf dem Bodensee
picture alliance / dpa

Seebestattung auf dem Bodensee


Die Asche katholischer Verstorbener darf nicht verstreut oder aufgehoben werden. Dies geht aus einer neu veröffentlichten Anweisung der vatikanischen Glaubenskongregation hervor. Im Fall einer Feuerbestattung müsse sichergestellt werden, dass die Überreste des Toten "an einem heiligen Ort die letzte Ruhe finden", sagte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller. Dazu gehörten ein Friedhof, eine Kirche oder ein anderer autorisierter Andachtsort

Nur so sei gewährleistet, dass der Verstorbene nicht vom Andenken ausgeschlossen, vergessen oder respektlos behandelt werde. Entsprechend "ist es nicht erlaubt, die Asche des gläubig Verstorbenen in der Luft, an Land, auf See oder in irgendeinem anderen Weg zu verstreuen; auch darf sie nicht in Andenken, Schmuckstücken oder anderen Objekten aufbewahrt werden".

Die katholische Kirche ließ die gegenüber dem Sargbegräbnis günstigere und umweltfreundlichere Bestattungsform der Einäscherung erst im Jahr 1963 zu. Zuvor hatte sie diese als heidnische Praxis abgelehnt, die dem Kernglauben der Auferstehung widerspreche.

Der "ältesten christlichen Tradition entsprechend" empfehle die Kirche jedoch weiterhin, dass Tote beerdigt würden, so Müller. Wer öffentlich seine spätere Einäscherung und Verstreuung der Asche "aus dem christlichen Glauben entgegenstehenden Gründen" verlange, müsse damit rechnen, dass ihm eine katholische Bestattung verweigert werde.

asa/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 112 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
shardan 25.10.2016
1. Das.....
schreibt IHR mir Gott sei Dank nicht mehr vor. Wo ich bestattet werde und wie, ist meine Sache.
benmartin70 25.10.2016
2.
Und wen interessiert die Weisung des Vatikans...? Ich hoffe nicht allzuviele Menschen.
Georg_Alexander 25.10.2016
3. Was für eine Drohung
"... müsse damit rechnen, dass ihm eine katholische Bestattung verweigert werde" Religion als Unterwerfungsinstrument unter ein autoritäres System von Glaubengrundsätzen könnte doch allmählich mal hinterfragt werden, oder?
jujo 25.10.2016
4. ...
Da bin ich ja beruhigt nicht katholisch zu sein. Unsere Schwägerin bracht die Urne mit der Asche meiner Schwiegermutter zu uns nach Schweden. Unter einem unserer Apfelbäume wurde die Asche "beigesetzt". Jedesmal wenn wir an dem Baum vorbeigehen, wird ihrer gedacht. Meine Frau hat ihre Mutter stets ganz nahe bei sich. Die Urne ist nicht in Budapest in einer Urnenwand, eine unter Hunderten. Uns ist nicht bekannt ob wir nicht schwedisches Recht gebrochen haben. Ehrlich gesagt wollen wir es auch nicht wissen und es interessiert uns auch nicht wirklich.
mescal1 25.10.2016
5. Leute,
Dieser Beitrag geht nur denen was an, die noch katholisch sind und bleiben wollen. Alle anderen dürfen schweigen. Oder habt ihr den Artikel nicht gelesen? Man muss nicht immer alles kommentieren was einem nichts angeht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.