Mit Unterstützung von Papst Franziskus Vatikan erklärt Segnungen gleichgeschlechtlicher Beziehungen für unzulässig

Weltweit fordern Katholikenverbände, dass die Kirche auch schwule und lesbische Beziehungen segnen kann. Dem stellt sich der Vatikan nun deutlich entgegen – sieht darin aber keine Diskriminierung.
Papst Franziskus beim Angelus-Gebet im Vatikan (Archivbild)

Papst Franziskus beim Angelus-Gebet im Vatikan (Archivbild)

Foto: Gregorio Borgia / dpa

Die katholische Kirche wird auch künftig keine homosexuellen Paare segnen. Das stellte die Glaubenskongregation im Vatikan am Montag in einer sogenannten Responsum ad dubium (Antwort auf einen Zweifel) klar. In der Anfrage an die Kongregation ging es darum, ob katholische Geistliche auch gleichgeschlechtliche Beziehungen segnen können.

Dem erteilte die Kirchenbehörde eine klare Absage. Segnungen menschlicher Beziehungen sind demnach nur möglich, wenn damit den Plänen Gottes gedient werde. »Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (...) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist«, heißt es in der Antwort.

Papst Franziskus stimmte der Veröffentlichung des Schreibens zu. Hintergrund ist demnach, dass sich in einigen kirchlichen Bereichen »Projekte und Vorschläge« verbreiten, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen.

In dem zweiseitigen Schreiben heißt es unter anderem, Gott könne keine »Sünde« segnen. Gott segne vielmehr »sündige Menschen, sodass diese erkennen, dass sie ein Teil seines Plans der Liebe sind und Veränderung durch ihn zulassen.«

Jede Segnung homosexueller Beziehungen ist unzulässig

Die Glaubenskongregation wies darauf hin, dass sich ihre Erklärung auf »die Wahrheit des liturgischen Ritus« beziehe – die Segnungen gehörten zu den Sakramentalien.

Jede Form der Segnung, die eine homosexuelle Partnerschaft anerkenne, sei unzulässig. Dennoch ist die christliche Gemeinde aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen mit Respekt und Takt zu begegnen.

Hierzulande fordert unter anderem das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), Liebesbeziehungen von Homosexuellen zu segnen. In der evangelischen Kirche sind solche Segnungen schon weitverbreitet, vielerorts gibt es auch kirchliche Trauungen für Homosexuelle.

Gesegnet wird, wer homosexuellem Sex entsagt

Der Papst hatte sich in der Vergangenheit für eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften, aber gegen die sogenannte Homo-Ehe ausgesprochen.

Der Vatikan betont nun, dass das Segnungsverbot keine ungerechte Diskriminierung sei, sondern homosexuelle Einzelpersonen durchaus gesegnet werden könnten – so sie denn »den Willen bekunden, in Treue zu den geoffenbarten Plänen Gottes zu leben, wie sie in der kirchlichen Lehre vorgelegt werden«. Im Klartext: Wenn sie ihre sexuelle Orientierung nicht ausleben.

Gelingende Beziehungen diskutieren

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing, teilte mit, die Frage sei – auch im Hinblick auf neuere Ergebnisse der Humanwissenschaften und der Lebenssituationen heutiger Menschen – schwer zu beantworten.

Die deutsche Reformbewegung des »Synodalen Wegs« sei bestrebt, das Thema gelingender Beziehungen in umfassender Weise zu diskutieren. »Die von der Glaubenskongregation heute vorgebrachten Gesichtspunkte müssen und werden selbstverständlich in diese Gespräche Eingang finden.«

bbr/fek/ala/dpa/Reuters/AP
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