Nach Immobilienskandal Papst Franziskus entmachtet einflussreiches Staatssekretariat

Das Staatssekretariat verliert seine Finanzhoheit: Papst Franziskus hat auf die Korruptionsvorwürfe gegen die oberste Behörde im Vatikan reagiert. Es geht um ein umstrittenes Immobiliengeschäft.
Papst Franziskus

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Foto: Riccardo De Luca/ AP

Nach einem Skandal um ein Immobiliengeschäft in London hat Papst Franziskus die oberste Vatikan-Behörde entmachtet. Der Papst entzog dem Staatssekretariat die Finanzhoheit, wie Vatikan-Sprecher Matteo Bruni mitteilte. Stattdessen übernehme die Verwaltung des Vermögens und der Immobilien von nun an die vatikanischen Güterverwaltung Apsa.

Um die Übertragung der Kapital- und Immobilienwerte in den kommenden drei Monaten zu überwachen, hat der Papst darüber hinaus eine Kommission eingerichtet.

Der Vatikan veröffentlichte einen Brief des Papstes an Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin vom August. In dem kündigte Franziskus die Neuordnung der Finanzen an. In dem Schreiben geht der Papst konkret auf die umstrittene Investition in eine Geschäftsimmobilie in London sowie die Beteiligung am Fonds Centurion ein.

Franziskus: "Risiko der Rufschädigung unterbinden"

Aus beiden Geschäften müsse sich der Vatikan so schnell wie möglich zurückziehen oder "wenigstens in einer Weise darüber verfügen, dass jedes Risiko einer Rufschädigung unterbunden wird", schrieb der Papst.

Wegen des umstrittenen Immobiliengeschäfts im noblen Londoner Stadtteil Chelsea laufen im Vatikan Ermittlungen wegen Betrugs, Korruption und Geldwäsche. Der Vatikan hatte im Jahr 2014 begonnen, in das Projekt zu investieren. Die Ermittlungen führten bereits zum Rücktritt des einflussreichen Kardinals Angelo Becciu.

bah/AFP
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