Vatikan Toter Papst im Glassarg

Der Vatikan erwartet am Pfingstsonntag einen Ansturm von Gläubigen. Die erstaunlich gut erhaltene Leiche von Papst Johannes XXIII. wird in einen gläsernen Sarkophag umgebettet.


Der einbalsamierte Leichnam von Papst Johannes XXIII.
AP

Der einbalsamierte Leichnam von Papst Johannes XXIII.

Rom - Die Umbettung hatte Papst Johannes Paul II., 81, angeordnet. Als Vatikanexperten im Januar das Grab in der Krypta der Peterskirche öffneten, stellten sie fest, das die Leiche des vor 38 Jahren gestorbenen Johannes XXIII. sehr gut erhalten ist. Römische Zeitungen sprachen von einem "kleinen Wunder": Gesicht, Körper und Kleider sind so gut wie unversehrt, da der Körper nicht mit Sauerstoff in Berührung kam.

Die Leiche war in drei Särgen eingebettet worden: einen aus Eiche, einen aus Zypressenholz und einen aus Blei. Warum der tote Papst so gut erhalten ist, erklärte der Präparator Gennaro Goglia in der "Bild-Zeitung": "Wir spritzten zehn Liter einer geheimen, konservierenden Flüssigkeit in den Leichnam. Ich hatte damals wahnsinnige Angst, dass etwas vom Blut des Papstes verloren gehen könnte. Das Blut ist eine Reliquie, die nicht vernichtet werden darf."

Moderne Technik sorgt jetzt für den Erhalt des Leichnams. Der kugelsichere, 450 Kilogramm schwere Sarg wird mit einem hochgiftigen Stickstoffgemisch belüftet, das Bakterien und Schimmel abtötet. Eine Kühlung sorgt dafür, dass auch Temperaturen von 36 Grad und mehr keinen Schaden anrichten können.

Der "Reformpapst" Johannes XXIII. führte die römisch-katholische Kirche von 1958 bis 1963 und rief das Zweite Vatikanische Konzil ein. Er wird in Italien besonders verehrt und wurde im vergangenen Jahr selig gesprochen.



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