Hochwasser in Italien Teile von Venedig überflutet – Schutz zu spät aktiviert

Auch der berühmte Markusplatz war betroffen: Hochwasser erfasste Venedig – eine fehlerhafte Prognose verschärfte die Situation, denn der neue Flutschutz wurde zunächst nicht in Gang gesetzt.
Land unter in Venedig: Ein Paar watet am 8. Dezember über den überfluteten Markusplatz

Land unter in Venedig: Ein Paar watet am 8. Dezember über den überfluteten Markusplatz

Foto: MANUEL SILVESTRI / REUTERS

In Venedig ist nach Überflutungen das Hochwasser-Schutzsystem »Mose« in Gang gesetzt worden. Wie die Stadt weiter berichtete, wurde für den Vormittag ein Meeresspiegel bis zu 125 Zentimetern über dem Normalwert erwartet. »Mose« ist ein System aus Fluttoren, das die Stadt vor Sturmfluten schützen soll.

Am Dienstag stand unter anderem der berühmte Markusplatz in der Hafenstadt unter Wasser, Menschen wateten knietief durch die Fluten. Zeitweise hatte für Venedig die rote und damit höchste Meldestufe gegolten. Am Mittwochmorgen war auf Bildern schließlich zu sehen, dass das Wasser auf dem Markusplatz weitgehend zurückgegangen war.

Pegel stärker angestiegen als vermutet

»Mose« sei Dienstag zunächst nicht aktiv gewesen, hatte Bürgermeister Luigi Brugnaro mitgeteilt. Am Abend hatte er bestätigt, dass das System in Gang gesetzt werden solle.

Die Pegel seien, angetrieben von kräftigen Winden aus Kroatien, stärker angestiegen als zuvor angenommen, hatte der Bürgermeister die späte Schutzmaßnahme begründet. »Für die Aktivierung von ›Mose‹ braucht man mehr Zeit und auch eine Vorhersage mit mehr Zeit«.

Die Hochwasserschutzanlage »Mose« war erst vor Kurzem in Betrieb genommen worden. Sie besteht aus 78 beweglichen Schutzwänden an den Eingängen zur Lagune. Die Barrieren liegen bei normalem Wasserpegel am Meeresgrund, können jedoch angehoben werden und einem Anstieg des Pegels von drei Metern standhalten. Im November 2019 hatte es in Venedig die schlimmste Überflutung seit mehr als 50 Jahren gegeben.

bbr/dpa/AFP
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