Venezuela Feuer zerstört Zehntausende Wahlmaschinen und Hunderte Computer

In diesem Jahr sollen Wahlen in Venezuela stattfinden - doch ein Feuer dürfte die Vorbereitungen erheblich erschweren.
Pressekonferenz der Wahlbehörde: "Wir konnten nicht viel retten"

Pressekonferenz der Wahlbehörde: "Wir konnten nicht viel retten"

Foto: FEDERICO PARRA/ AFP

Ein Feuer in der venezolanischen Hauptstadt Caracas hat Ausrüstung zerstört, die für die Wahlen in dem Land notwendig sind. Zehntausende Wahlgeräte und Hunderte Computer seien betroffen, teilte die Chefin der zuständigen Behörde, Tibisay Lucena, mit. "Wir konnten nicht viel retten", sagte sie.

Venezuela will in diesem Jahr wählen. Die Wahl des amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro 2018 gilt als manipuliert, Dutzende Länder erkennen seine Regierung nicht an. Die USA und viele Verbündete, darunter auch Deutschland, wollen Maduro zum Rückzug bewegen und haben stattdessen Oppositionsführer Juan Guaidó anerkannt. Dieser hatte sich im Januar vergangenen Jahres selbst zum Interimspräsidenten ernannt und kämpft seitdem mit Maduro um die Macht.

Die Opposition fordert, nicht das Parlament, sondern den Regierungschef neu zu wählen. Unabhängig davon, wer sich durchsetzt: Die Wahl soll noch in diesem Jahr stattfinden, ein Datum ist nicht bekannt.

Feuer in einer Lagerhalle

Zu der Zahl der zerstörten Apparate gibt es unterschiedliche Angaben. Laut der Nachrichtenagentur Reuters verbrannten beinahe 50.000 Wahlmaschinen und fast 600 Computer. AFP berichtet laut "France 24 " jedoch von 44.408 Wahlmaschinen, 582 Computern mit Meldedaten und mehr als 49.000 Geräten zur Identifikation mittels biometrischer Daten.

Wahlbehördenchefin Lucena sagte, wenn kleine Gruppen nun dächten, der Brand werde den "verfassungsgemäßen Wahlprozess" stoppen, dann lägen sie falsch. Angaben darüber, wie viele Geräte noch funktionierten oder wie künftige Wahlen betroffen sein könnten, machte sie nicht. Sie teilte lediglich mit, dass Ermittlungen zur Brandursache liefen. Das Feuer brach in einer Lagerhalle aus, niemand wurde verletzt.

Die humanitäre Lage in dem einst reichen Land mit den weltgrößten Erdölreserven ist katastrophal. 4,5 Millionen der gut 30 Millionen Venezolaner haben das Land bereits verlassen. Rund 60 Länder haben Oppositionsführer Juan Guaidó als legitimen Übergangsstaatschef anerkannt, allerdings kann er sich in Venezuela bislang nicht durchsetzen. Maduro hingegen ist international weitgehend isoliert, hält sich aber mithilfe des Militärs weiter an der Macht.

jpz/Reuters
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