Vergiftete Schulkinder Tödlicher Snack enthielt Pestizide

Nach dem Tod von 27 Grundschulkindern auf den Philippinen haben Gesundheitsexperten die Ursache der Vergiftung ausgemacht: Ein Pausensnack aus Maniok-Wurzeln enthielt tödliche Pestizide. Zuerst war vermutet worden, dass die verzehrten Pflanzen falsch zubereitet worden waren.


Manila - Gesundheitsminister Manuel Dayrit sagte, das Essen sei vermutlich in einer mit giftigen Chemikalien und Bakterien verseuchten Umgebung zubereitet worden. Nach dem Verzehr der vergifteten Nahrung waren vor einer Woche in der Stadt Mabini auf der Insel Bohol 610 Kilometer südöstlich von Manila fast 30 Schulkinder gestorben, über 100 mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Wissenschaftler teilten heute mit, Labortests hätten ergeben, dass der Pausensnack aus Maniok-Wurzeln ein Gift enthielt, dass in der Landwirtschaft verwendetet wird. Die Lebensmittelproben und die Reaktionen der Patienten bei der Behandlung ließen darauf schließen, dass die Wurzeln möglicherweise mit Karbamat-Pestizid verseucht gewesen seien.

Das Mittel wird auf der Insel Bohol sowohl in der Landwirtschaft als auch in Haushalten viel benutzt. Die Behörden müssten die Untersuchung fortsetzen, um endgültig den Hergang der Vergiftung zu klären, verlangte die Fachleute. Die Ermittler hatten zunächst angenommen, die stärkehaltigen Wurzeln seien nicht richtig gewaschen und gekocht worden. Roh verzehrt, verwandeln sich die Inhaltsstoffe der Maniok-Wurzel im Magen in tödliche Blausäure.

Die beiden Verkäufer des Pausensnacks hatten dagegen bereits in der vergangenen Woche bestritten, die Wurzeln nicht richtig zubereitet zu haben. Einer der Verkäufer war unter den zahlreichen Patienten, die ins Krankenhaus gebracht wurden. Die Polizei hatte die andere Verkäuferin in Gewahrsam genommen, um sie vor aufgebrachten Eltern zu schützen.



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