Verkehrsunfall Frau saß eine Woche in Pkw fest

Sie war schwer verletzt und völlig hilflos - sieben Tage lang. Die Amerikanerin Tanya Rider hatte einen Unfall mit ihrem Pkw und musste eine Woche auf Hilfe warten, weil die Polizei keinen Anlass für Nachforschungen sah.


Washington - Die 33-Jährige war am 19. September bei der Heimfahrt mit ihrem Wagen nahe Seattle im US-Bundesstaat Washington in einen Graben gefahren, in dem das Gebüsch hoch wucherte. Sie wurde erst am vergangenen Donnerstag gefunden, nachdem das Signal ihres Handys gepeilt werden konnte.

Die ganze Zeit über erhielt die Verunglückte keine Nahrung und kein Wasser, so dass sie am Ende unter schweren Mangelerscheinungen litt. Die Verletzungen durch den Unfall waren so stark, dass sie den Sicherheitsgurt nicht hatte lösen können.

Die Polizei hatte lange keinen Grund gesehen, mit der Suche nach Tanya Rider zu beginnen. "Wir bekommen jedes Jahr hunderte Anrufe, in denen es um Vermisste geht", sagte die zuständige Polizistin, Sue Rahr, der "Seattle Times". "Wenn es sich um eine erwachsene Frau bei guter Gesundheit handelt, die über Geld verfügt und sich fortbewegen kann, dann wird man ja nicht gleich Alarm schlagen."

Tanya Riders Mann warf der Polizei Versagen vor. Die Polizistin Rahr erklärte, Beamte würden nur rausgeschickt, wenn ein Verdacht auf ein Gewaltverbrechen oder Selbstmord vorliege. "Das hätte meine Frau fast das Leben gekostet", kritisierte Tom Rider.

pad/AFP



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