Vermisstes Schiff US-Küstenwache stellt Suche nach Frachter "El Faro" ein

Es gibt keine Hoffnung mehr, die 33 Besatzungsmitglieder lebend zu finden: Die US-Küstenwache hat die Suche nach der verschollenen "El Faro" beendet. Der Kontakt zu dem Frachter war während Hurrikan "Joaquín" abgebrochen.

"El Faro" (undatiertes Archivfoto): Verschollen seit Hurrikan "Joaquín"
AFP/TOTE MARITIME

"El Faro" (undatiertes Archivfoto): Verschollen seit Hurrikan "Joaquín"


Bei Sonnenuntergang am Mittwochabend stellten die Suchteams ihre Arbeit ein: Die Küstenwache in den USA hat keine Hoffnung mehr, Besatzungsmitglieder des vermutlich gesunkenen Frachters "El Faro" lebend zu finden.

Das Schiff mit 33 Menschen an Bord war vor den Bahamas in den Hurrikan "Joaquín" geraten. Die Besatzung hatte der Küstenwache am Donnerstag vergangener Woche zunächst eindringendes Wasser gemeldet. Anschließend hieß es, das Schiff sei in Schräglage geraten. Spätere Bemühungen, den Kontakt wieder herzustellen und das Schiff zu orten, blieben erfolglos. Bislang wurden nur die Leiche eines mutmaßlichen Besatzungsmitglieds sowie ein Rettungsring der "El Faro" gefunden.

Der Schiffseigner Tote Maritime Puerto Rico geht davon aus, dass der 240-Meter-Frachter auf seiner Route von Jacksonville im US-Bundesstaat Florida nach San Juan in Puerto Rico einen Motorschaden erlitt und danach "Joaquín" hilflos ausgesetzt war. Im vermuteten Unglücksgebiet ist das Meer rund fünf Kilometer tief.

Das Weiße Haus versprach den trauernden Angehörigen der Besatzungsmitglieder volle Unterstützung bei der Untersuchung des Unglücks. Die US-Behörde für Transportsicherheit will weiterhin nach Signalen des Datenrekorders des Schiffs suchen. Das Gerät ist mit der Black Box in Flugzeugen vergleichbar. Es zeichnet die letzten zwölf Stunden der Motoraktivitäten und der Kommunikation auf der Brücke auf. Das Gerät soll seinen Standort übermitteln, sobald es mit Wasser in Berührung kommt.

Die Ermittler erhoffen sich von den Daten Hinweise auf die Gründe für den Motorschaden; es soll auch geklärt werden, ob mit der Maschine alles in Ordnung war, als das Schiff Jacksonville verließ. Die Behörde will auch der Frage nachgehen, ob Druck auf den Kapitän, die Fracht auszuliefern, dazu führte, dass er angesichts der gefährlichen Wetterlage ein erhöhtes Risiko einging.

"Joaquín" war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 215 Kilometern pro Stunde über die Bahamas hinweggefegt und hatte dort Bäume entwurzelt und Häuser einstürzen lassen. Ausläufer des Sturms überzogen den US-Bundesstaat South Carolina mit tagelangen Regenfällen. Es kam zu schweren Überschwemmungen und Dammbrüchen, Hunderte Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

ulz/AFP/AP

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