Vermöbelt Protest gegen Mädchenzimmer "Lolita"

Billig, rosa und bequem: In Großbritannien warb die Warenhauskette Woolworth mit einer Kinder-Möbelkombination namens "Lolita". Erboste Eltern verlangten die sofortige Absetzung des Angebots. Das Management zeigte sich einsichtig, aber ahnungslos.


London - "Lolita" war besonders günstig zu haben. Regal, Bettchen, Schreibtisch für umgerechnet 530 Euro. Im Prospekt empfahl die Warenhauskette Woolworth das Kinderzimmer für Mädchen ab sechs Jahren. Wie die Zeitung "Times" heute berichtet, sind die Möbel mittlerweile nicht mehr im Angebot.

Nach heftigen Protesten reagierte das Woolworth-Management damit auf eine Internet-Kampagne erboster Eltern. "Lolita" ist der Titel eines 1955 erschienen Romans des russischen Schriftstellers Vladimir Nabokov, in dem es um die sexuellen Obsessionen eines Mannes geht, der seine zwölfjährige Stieftochter in eine Beziehung drängt. Seither wird der Name "Lolita" umgangssprachlich für junge verführerische Mädchen gebraucht.

Ein Woolworth-Sprecher sagte der "Times", die Mitarbeiter der Werbe-Website hätten von dem Buch und der Begriffsgeschichte nichts gewusst und, "um ehrlich zu sein, auch sonst niemand hier". Erst nach einer Recherche im Internet sei ihnen die unglückliche Namensgebung bewusst geworden.

Eine Mutter habe die Werbung bemerkt und sie auf der Internet-Seite www.raisingkids.co.uk als "unglaublich geschmacklos" getadelt.

dek/dpa



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