Vermummungsverbot Drag Queens sind Südafrikas Polizei zu stark geschminkt

Mit einem durchaus zutreffenden Argument hat Südafrikas Polizei Travestiten-Auftritte auf einer Homosexuellen-Parade untersagt: Die als Frauen verkleideten Männer trügen zu viel Make-up - das sei ein klarer Verstoß gegen das Vermummungsverbot. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie Recht die Gesetzeshüter doch haben.

Johannesburg - Mit einem Verbot kostümierter Drag Queens während einer Schwulenparade hat Südafrikas Polizei landesweiten Spott auf sich gezogen. Die Behörden hatten argumentiert, bei Versammlungen sei es verboten, Verkleidungen, Masken oder ähnliche Kleidungsstücke zu tragen, die eine eindeutige Identifizierung erschweren.

Ein Sprecher der Polizei hatte mit Hinweis auf ihre schrillen Outfits ausdrücklich auch Travestiten in das Verbot eingeschlossen. Neben enggeschnürten Kleidern und Stöckelschuhen würden sich die Männer schließlich auch mittels Perücken und Mengen von Make-up unkenntlich machen, so der Sprecher. Möglicherweise irritierte die Beamten jedoch auch, dass sie bei den Drag Queens auf Anhieb noch nicht einmal das Geschlecht zweifelsfrei bestimmen können.

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Drag Queens: Wenn Männer zum Make Up greifen...

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Wer gegen die Anordnung verstoße und als Drag Queen an der Parade teilnehme, werde festgenommen, drohte ein Polizeisprecher. Die Organisatoren der für den 25. September geplanten "Gay Pride-Parade" wollten sich jedoch nicht einschüchtern lassen: Sie kündigten rechtliche Schritte für den Fall einer Festnahme an.

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