Verschnupft Junkie zeigt Dealer wegen schlechter Ware an

Nicht immer, wenn man übers Ohr gehauen wird, ist es ratsam, sich an die Polizei zu wenden. Ein Kokainabhängiger, der mitten in der Nacht auf einer Wache in Offenbach aufkreuzte und sich über seinen betrügerischen Dealer beschwerte, konnte jedenfalls nicht auf die Hilfe der Beamten zählen.


Offenbach - "Fuchsteufelswild" sei der 35-Jährige auf die Wache gestürmt, sagte ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE. Dann habe er den Beamten völlig aufgebracht erklärt, dass er soeben von seinem Kokaindealer gelinkt worden sei - und zwar in zweifacher Hinsicht.

"Der Drogenabhängige hatte wohl gleich nach dem Kauf ein bisschen von dem Rauschmittel genascht und sofort gemerkt, dass da etwas nicht stimmte", erzählte der Sprecher den Fall. Zuerst habe der Junkie noch versucht, die Lage selbst zu regeln und habe den Dealer auf die mangelnde Qualität der heißen Ware angesprochen. Der habe ihn daraufhin gebeten, ihm nochmals 50 Euro zu geben, damit er neues Kokain besorgen könne. Gutmütig sei der Süchtige darauf eingegangen. "Doch der Dealer nutzte die Situation und verschwand mit dem Geld."

Daraufhin platze dem Geprellten der Kragen und er ging zur Polizei. Nachdem sich die Ordnungsmänner sein Anliegen angehört hatten, nahmen sie ihn erstmal wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz fest. Weil der Mann einen festen Wohnsitz vorweisen konnte, wurde er wieder freigelassen. Die Polizei sucht nun nach dem Dealer. "Wenn wir schon einmal so eine genaue Beschreibung von ihm haben, lassen wir da sicherlich nicht locker", so der Sprecher.

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