Blackbox-Suche von MH 370 Zweites Schiff registriert pulsierendes Signal

Nach einem chinesischen Suchschiff hat jetzt auch ein australisches ein Signal aufgefangen, das möglicherweise von der Blackbox des verschollenen Fluges MH 370 stammt. Die Zeit drängt: Bald könnte der Flugschreiber aufhören zu senden.


Perth/Peking - Auch ein australisches Schiff hat ein Signal bei der Suche nach dem verschollenen Flug MH 370 aufgefangen. Das mit hochsensiblen Sensoren ausgestattete australische Schiff "Ocean Shield" habe ein akustisches Zeichen registriert, zitierten chinesische Medien Angus Houston, den Chef der Koordinierungsgruppe für die Suche, am Sonntag. Es sei jedoch noch nicht klar, ob die Signale von der Blackbox der seit fast einem Monat verschollenen Boeing stammten. Australiens Premierminister Tony Abbott sagte dazu: "Wir sind voller Hoffnung, aber keineswegs sicher."

Zuvor hatte am Samstag das chinesische Schiff "Haixun 01" Signale auf der Frequenz 37,5 Kilohertz bei der Suche im Indischen Ozean aufgefangen. Die Eigenschaften passten zu der Blackbox der vermissten Boeing, kommentierte der australische Operationschef die Entdeckung des chinesischen Schiffs.

Das australische Schiff überprüfe zudem an anderer Stelle noch ein weiteres akustisches Signal, das in den vergangenen Stunden registriert worden sei, sagte Houston. Weitere Details könne er hierzu aber noch nicht nennen. Die Spur der chinesischen Suchmannschaft schätze er als aussichtsreicher ein. Gleichzeitig warnte der frühere Chef der australischen Streitkräfte vor zu großen Erwartungen angesichts des "sehr großen Suchgebiets". Dieses habe sich aufgrund neuer Satellitendaten weiter in Richtung Süden verschoben.

"Wir suchen in sehr tiefem Wasser und in einer Umgebung, in der man Signale falsch deuten kann", erklärte Houston weiter. "Es gibt viele Geräusche im Ozean, und manchmal können auch die akustischen Geräte Schall zurückgeben, ähnlich wie ein Echo."

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Blackbox von MH 370?: Australisches Suchschiff registriert Signal aus der Tiefe
Die Zeit wird knapp

Bis zu zehn Militärflugzeuge, zwei zivile Flugzeuge und 13 Schiffe beteiligten sich am Sonntag bei der Suche, wie das Joint Agency Coordination Centre (JACC) in Australien mitteilte. Bislang sind Flugmannschaften aus sieben Ländern auf Dutzenden von Flügen immer wieder vom australischen Perth aus über den südlichen Indischen Ozean geflogen, um nach Resten des verschollenen Flugzeugs zu suchen. Auch Schiffe und U-Boote fahnden nach Wrackteilen.

Die Maschine mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschollen und ist allem Anschein nach in den Indischen Ozean gestürzt. Bisher ist völlig unklar, warum die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines plötzlich den Kurs wechselte und von den Radarschirmen verschwand.

Weil die Batterien nur für rund 30 Tage ausreichen, wird die Blackbox vermutlich etwa ab Montag, dem 7. April nicht mehr senden. Es läuft daher in Kürze die Zeit ab, das womöglich im Meer versunkene Wrack noch zu finden.

In Kuala Lumpur, der Hauptstadt von Malaysia, versammelten sich am Sonntag die Angehörigen der mit dem Flugzeug verschollenen Insassen zu einer Andacht. "Wir beten für den Segen und dafür, dass das Flugzeug gefunden wird", sagte Liow Tiong Lai, Präsident der Regierungskoalition.

SPIEGEL ONLINE

hei/dpa/AFP/AP

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Frequent Traveller 06.04.2014
1. aber die USA sendet
nach Japan wg. militaerischer Zusammenarbeit. Toll, die haben Prioritaeten. Die Flotte der Signalsucher koennte so gross sein, aber Saebelrasseln ist anscheinend weit wichtiger, als die Aufklaerung einer "zivilen Sache".
robert.c.jesse 06.04.2014
2. Kaum zu glauben...
Irgendwie will man den Angehörigen und der Welt klarmachen, das Flugzeug liegt am Grund des Meeres. Aber der wahre "Grund" scheint irgendwie ein Anderer zu sein, warum es diese Flugzeufg nicht mehr gibt. Dann verstummt demnächst das "Signal" und die Suche wird aufgegeben. Das war es dann, bedauerlicher Weise.
Tiananmen 06.04.2014
3.
Ich habe keine Hinweise gefunden, ob die Signale (weitgehend) mit irgendwelchen im Meer schwimmenden Teilen korreliert sind. Habe ich das überlesen?
sualch 06.04.2014
4. Blackbox
... warum baut man die nicht schwimmfähig?Das kann doch kein soo großer Aufwand sein!
24moritz 06.04.2014
5. Zwei Signale weiter südlich?
Zwe Signale an unterschiedlichen Stellen? Es kann max. eines zur Blackbox gehören! Aber was wenn nicht eine Blackbox kann mit 37.5 kHz senden? Warum versieht man die Dinger nicht mit einer digitalen Signatur, die eine eindeutige Identifizierung erlauben würde? Warum versucht man nicht herauszufinden wo das Signal am stärksten ist um das Suchgebiet für die folgende Unterwassersuche so weit als möglich einzugrenzen bevor das Ding aufhört zu senden. Eine bessere Chance wird es in den verbleibenden knappen Zeit nicht mehr geben. Warum wurde das Suchgebiet wegen "neuer" Satellitendaten nun schon wieder weiter südlich verlegt? Wie oft soll es denn noch neue Satellitendaten geben? Das zeigt in meinen Augen nur, mit welchen großen Unsicherheiten diese Daten behaftet sind. Und wenn heute noch in der Nähe eines angeblichen Blackbox Signals Trümmerähnliche Gegenstände gefunden werden kann es sich eigentlich nur um gewöhnlichen Müll handeln. Die Trümmer wären nach 4 Wochen sonstwo. Oder sind sie etwa "geostationär" bzw. im Kreis getrieben?
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