Verschüttete Bergleute in Utah Drei Tote bei Rettungseinsatz

Seit elf Tagen sind sechs Bergleute in einer Mine im US-Bundesstaat Utah eingeschlossen. Jetzt starben drei Rettungskräfte bei Bergungsarbeiten. Die Bergwerksgesellschaft erwägt, die Suche nach den vermissten Kumpeln abzubrechen.


Huntington - Als "katastrophales Desaster" beschreiben Zeugen den Ausgang der Rettungsaktion, bei der eine Gruppe von Helfern versuchte, zu den sechs Verschütteten in der Mine "Genwal" vorzudringen. Plötzlich habe sich ein "seismischer Schlag" ereignet: Der Druck der Gesteinsmassen auf den Stollen habe die Decke einstürzen lassen. Die Männer wurden von dem neuerlichen Einbruch überrascht. Einer war sofort tot, ein anderer starb später im Krankenhaus. Mittlerweile wird auch der Tod eines dritten gemeldet. Elf weitere Männer wurden zum Teil schwer verletzt, teilte ein Sprecher der "Castleview"-Klinik in Price mit.

Angehörige von Einsatzkräften: Drei Männer starben unter Tage
AFP

Angehörige von Einsatzkräften: Drei Männer starben unter Tage

"Es war sehr chaotisch", sagte der Kumpel Donnie Leonard dem Nachrichtensender CNN. Er wollte gerade die Mine verlassen, als er hörte, dass erneut mehrere Männer verschüttetet worden seien.

Die Bergwerksgesellschaft des "Crandall Canyon" steht nun vor der Entscheidung, die Suche nach den vermissten Bergleuten entweder abzubrechen oder bei weiteren Rettungsmissionen erneut Leben zu riskieren. Die vermissten Kumpel befinden sich vermutlich in 450 Metern Tiefe. Ob sie noch am Leben sind, ist nicht bekannt.

Neben dem Versuch, die eingeschlossenen Bergleute unter Tage zu erreichen, haben die Einsatzkräfte bislang drei Löcher gebohrt, um mit Kameras einen Einblick in die eingestürzte Grube zu erhalten. Besonders die Entdeckung einer größeren Höhle in der Nähe der Einbruchstelle machte den Leitern der Rettungsmission Hoffnung.

"Wenn die Männer sich dort befinden, dann reichen der dort vorhandene Sauerstoff, das dort vorhandene Wasser, so dass sie durchhalten können, bis wir sie erreichen", sagte Bob Murray, Miteigentümer des Bergwerks.

Ob und wann die Rettungsarbeiten jedoch fortgesetzt werden können, ist jetzt völlig offen, das Risiko weiterer seismografischer Bewegungen zu groß. Bergwerksbetreiber Murray sagte, derart schwierige Bedingungen habe es in den vergangenen 50 Jahren in dem Bergwerk noch nicht gegeben.

pad/AP/AFP



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