Verschüttete Bergleute Rettungskräfte schleusen Kamera in den Schacht

Noch immer kein Lebenszeichen von den sechs verschütteten Bergarbeitern in Utah: Mithilfe einer Mini-Kamera sollen nun die Überlebenschancen der Vermissten geprüft werden. Erste Bilder aus dem eingestürzten Stollen geben Hoffnung.


Los Angeles - Nachdem die Helfer ein Loch in einen rund 450 Meter unter der Erde gelegenen Hohlraum gebohrt hatten, suchten sie mithilfe einer hochauflösenden Kamera nach den sechs Männern. Die übertragenen Bilder hätten gezeigt, dass in der Höhle ein Überleben durchaus möglich sei, sagte ein Sprecher.

Die Decke des ehemaligen Tunnels sei intakt, am Boden befände sich Trinkwasser. Es gab aber weiter kein Lebenszeichen der Verschütteten. Rettungskräfte machten durch Klopfen auf sich aufmerksam, erhielten aber keine Antwort. Die Suche wurde fortgesetzt, auch die Kamera soll später erneut zum Einsatz kommen.

Über ein zuvor gebohrtes kleineres Loch soll zudem Sauerstoff in den Hohlraum gepumpt werden. Die über dieses Loch entnommenen Luftproben hatten vorher ergeben, dass es in dem Bereich, in dem die Verschütteten vermutet werden, nicht genug Sauerstoff zum Überleben gibt. Die beiden Bohrlöcher sind etwa 40 Meter voneinander entfernt.

Auch gab es keine Spuren von Kohlendioxid, das beim Atmen entstehen würde, wie der Chef der Betreibergesellschaft Murray Energy, Bob Murray, auf einer Pressekonferenz sagte. Nicht ausgeschlossen war allerdings, dass sich die Arbeiter in einen anderen Teil des Stollens geflüchtet haben. "Das ist schwierig zu sagen, ich will nicht spekulieren", sagte Rob Moore, der Vizepräsident von Murray Energy.

Neben den Bohrungen dauerten auch die Grabungsarbeiten in der Grube selbst weiter an, um im Inneren des Bergwerks zu den Verschütteten zu gelangen. Das Unglück hatte sich am Montag ereignet, seitdem fehlt von den sechs Bergleuten jede Spur. Auf der Suche nach ihnen mussten sich die Rettungskräfte in der Genwal-Mine in der entlegenen Bergregion fast 200 Kilometer südöstlich von South Lake City durch Tonnen von Gestein und Schutt graben.

amz/AP



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