Suche nach verschwundener Boeing Jüngstes Signal stammt nicht von Blackbox

Rückschlag bei der Suche nach Flug MH370: Das zuletzt empfangene Signal stammt den Einsatzkräften zufolge nicht von der Blackbox der Maschine. Von einem Durchbruch könne keine Rede sein. Australiens Premierminister verbreitet dennoch Zuversicht.

Suchschiff "Ocean Shield": Auf der Suche nach neuen Signalen
AFP/AUSTRALIAN DEFENCE/LSIS

Suchschiff "Ocean Shield": Auf der Suche nach neuen Signalen


Perth - Die Hoffnung, bald die Blackbox des verschwundenen Fluges MH370 zu finden, ist geschwunden. Die am Donnerstag im Indischen Ozean empfangenen Signale stammten nach einer ersten Analyse nicht von der Blackbox der Boeing, teilte Angus Houston mit, Koordinator der Suchaktion. Die Suche gehe weiter. Das Schiff "Ocean Shield" und Flugzeuge versuchten, neue akustische Signale aufzufangen.

Über den Einsatz des ferngesteuerten U-Boots zum Auffinden des Wracks entscheiden laut Houston Experten an Bord der "Ocean Shield". Das könne noch Tage dauern. "Ausgehend von den Informationen, die mir vorliegen, gibt es keinerlei Durchbruch bei der Suche nach MH370", sagte er.

Die Zeit dränge, nichts dürfe unversucht bleiben, solange die Batterien der Blackbox noch funktionierten. Die Funksender sind darauf ausgelegt, etwa 30 Tage lang Signale zu senden. Diese Frist wäre bereits Anfang der Woche abgelaufen. Allerdings ist es auch möglich, dass bis zu sechs Wochen lang Signale gesendet werden.

Suchgebiet von 1300 Quadratkilometern

Australiens Regierungschef Tony Abbott hatte sich kurz zuvor bei einem Besuch in China vor Reportern noch optimistisch geäußert, dass die Signale von der Maschine stammten. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Position der Blackbox auf wenige Kilometer genau eingrenzen können. Aber die Überzeugung, die ungefähre Position der Blackbox zu kennen, ist nicht dasselbe wie Wrackteile aus fast vier Kilometern Tiefe zu bergen oder genau zu bestimmen, was auf dem Flug geschehen ist", sagte er.

In den vergangenen Tagen waren mehrere Signale empfangen worden. Das Suchgebiet am Meeresboden ist derzeit etwa 1300 Quadratkilometer groß. Das ist ein großer Fortschritt im Vergleich zu den Hunderttausenden Quadratkilometern, die zuvor abgesucht worden waren. Aber eine weitere Eingrenzung würde die Arbeit der Einsatzkräfte sehr erleichtern - und dafür brauchen sie neue Signale.

Die "Ocean Shield" zieht ein Gerät im Wasser hinter sich her, das die "Pings" der Blackbox empfangen kann. Der Tauchroboter Bluefin 21, ebenfalls an Bord, könnte ebenfalls eingesetzt werden, bräuchte aber sechsmal länger als der Pinger Locator, um ein ebenso großes Gebiet abzusuchen. Für das aktuelle Suchgebiet würde der Tauchroboter sechs bis acht Wochen benötigen.

Tauchroboter soll gezielt nach Blackbox und Wrackteilen suchen

Sein Einsatz erscheint deshalb erst sinnvoll, wenn die genaue Quelle der Pings gefunden wäre - dann könnte Bluefin 21 gezielt nach Blackbox und Wrackteilen Ausschau halten. Houston sagte, die Entscheidung über den Einsatz des Tauchroboters könne noch ein paar Tage dauern.

Das Gebiet, in dem nach auf dem Wasser treibenden Wrackteilen gesucht wird, liegt rund 2300 Kilometer nordwestlich von Perth und ist knapp 47.000 Quadratkilometer groß. Bis zu 15 Flugzeuge und 13 Schiffe waren am Freitag an der Suche beteiligt.

Der Malaysia-Airlines-Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Die Maschine drehte nach Süden und flog noch mehrere Stunden, ohne dass Flugsicherheitsbehörden Kontakt zu ihr hatten. Die Aufzeichnungen von Daten- und Stimmrekorder in der Blackbox könnten Aufschluss darüber geben, warum das Flugzeug von seinem Kurs abwich.

ulz/dpa/AP

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ratte321 11.04.2014
1.
Diese Blackbox gehört komplett neu überdacht! Wie kann es sein das der Akku nur min. 30 Tage sendet? Wieso kommt die blackbox nicht von alleine an die Wasseroberfläche, ich weiß die ist irgendwie verbaut, aber da sitzen hochbezahlte Ingenieure die hierfür eine Lösung finden müssen! Ich bin keiner, aber wer es technisch schafft auf dem Mond zu landen, der muß auch sowas in den Griff bekommen!
Zündkerze 11.04.2014
2. Kaum nachzuvollziehen
jede Radiofrequenz wird peinlich genau vergeben und permanente Störsender auf dieser Frequenz können sich sicher sein bald Besuch zu erhalten. Wie kann es dann also sein das eine solche Frequenz von anderen Quellen dauerhaft benutzt wird. Für mich hört sich das im Moment so an als ob es das gewesen ist. Genau betrachtet hatte man nie eine heisse Spur, die ganze Suche basierte auf Fehlinterpretationen und Zurückhaltung von wichtigen Anhaltspunkten auf allen Seiten. So kann man natürlich nichts finden. Am Ende liegt das Flugueg irgendwo auf Festland, zerschellt auf einem Bergmassiv.
theodorheuss 11.04.2014
3. Die armen Verwandten!
Zitat von sysopAFP/AUSTRALIAN DEFENCE/LSIS Rückschlag bei der Suche nach Flug MH370: Das zuletzt empfangene Signal stammt den Einsatzkräften zufolge nicht von der Blackbox der Maschine. Von einem Durchbruch könne keine Rede sein. Australiens Premierminister verbreitet dennoch Zuversicht. http://www.spiegel.de/panorama/verschwundene-boeing-mh370-juengstes-signal-stammt-nicht-von-blackbox-a-963809.html
Welch ein hin und her seit Wochen. Hoffnungen werden geschürt und dann wiedereinmal bitter enttäuscht. Ich denke selbst die endgültige Gewißheit das es keine Überlebenden gibt ( was ja niemand mehr wirklich anzweifeln kann ) wäre doch eine Erleichterung für die Familienmitglieder. So bleibt doch immer noch die irrationale Hoffnung das er, sie, es doch noch am Leben ist. Vielleicht sollten die Suchmannschaften einfach ihren Job machen und nicht täglich neue eventuells, may bes, etc. an die Weltöffentlichkeit geben. Ist ja selbst als nicht direkt Betroffener unerträglich.
indepen 11.04.2014
4. Funksignale?
Bitte liebe Kollegen von SPON, bei den Signalen, die die Flugdatenschreiber (hoffentlich) noch abgeben, handelt es sich nicht um Funksignale! Funksignale breiten sich (abhängig von der Frequenz) im Wasser höchstens über ein paar Hundert Meter aus. Akustische Signale hingegen können im Wasser deutlich größere Entfernungen zurücklegen. Unter günstigen Umständen können das viele Kilometer sein. Die "Blackbox" sendet akustische Signale aus.
celsius234 11.04.2014
5. also muss das signal dann wohl sein von ?
noch einem abgestürzten flugzeug lieder pfeifenden walen knallkrebsen etc. und es gibt keine weltweite akustik Überwachung in den meeren. ach ja wirklich keine ? das flugzeug soll nicht gefu den werden. es geht nur ums aussitzen.
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