Verseuchtes Kreuzfahrtschiff Spanien schloss Grenze zu Gibraltar

Die spanische Regierung hat aus Angst vor Viruskranken an Bord eines Kreuzfahrtschiffes für mehrere Stunden die Grenze zum britischen Territorium Gibraltar geschlossen. Der britischen Außenmininister Jack Straw sprach von einer "unnötigen Überreaktion".


Virus-Angst: Weil die "Aurora" im benachbarten Gibraltar anlegte, hat Spanien die Grenze zu dem britischen Territorium geschlossen
AP

Virus-Angst: Weil die "Aurora" im benachbarten Gibraltar anlegte, hat Spanien die Grenze zu dem britischen Territorium geschlossen

Gibraltar - Von den 1800 Passagieren und 800 Besatzungsmitgliedern der "Aurora" hatten sich 400 während einer Mittelmeerkreuzfahrt mit dem Norwalk-Virus angesteckt. Der Magen-Darm-Infekt führt zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall - gilt aber nur bei älteren Menschen als gefährlich. Der "Aurora" war ein Anlegen im griechischen Hafen Piräus verweigert worden, das Schiff war deshalb weiter in Richtung Gibraltar gefahren, um von dort nach Großbritannien zurückzukehren.

Spanien schloss aus Furcht vor dem Virus ab dem frühen Montagmorgen die Grenze zu Gibraltar: Weder Autos noch Fußgänger konnten den Landübergang an der spanischen Südküste passieren. Das Madrider Gesundheitsministerium sprach von einer Vorsichtsmaßnahme, da der genaue Zustand der Schiffspassagiere nicht bekannt sei.

Großbritanniens Außenminister Jack Straw kritisierte die Maßnahme als "völlig unverhältnismäßig". Der Schiffseigner habe dafür gesorgt, dass keine Passagiere die "Aurora" verlassen können, weil deren Pässe eingezogen worden seien.

Am Abend verließ die "Aurora" Gibraltar. Daraufhin wurde die Grenzsperrung aufgehoben.

Gibraltar ist schon lange ein Zankapfel zwischen Spanien und Großbritannien. Das Gebiet an der südlichsten Spitze der Iberischen Halbinsel gehört seit 1713 zu Großbritannien, wird aber auch von der spanischen Regierung beansprucht.



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