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Mako Komuro Versöhnliche Geste

aus DER SPIEGEL 49/2021
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The Asahi Shimbun / Getty Images

Nach der »wohl traurigsten Royal-Hochzeit der Welt«, wie das Fachblatt »Gala« schrieb, hat die Japanerin Mako Komuro, 30, ehemalige Prinzessin, vielleicht endlich Aussicht auf ein glücklicheres Leben. Die Enkelin des abgedankten japanischen Kaisers und Nichte des Throninhabers verzichtete auf ihren Titel und jede Menge Geld, um Kei Komuro, einen bürgerlichen Juristen und Freund aus Studien­tagen, heiraten zu dürfen. Die Eheschließung Ende Oktober fand im kleinen Kreis ohne jeden kaiserlichen Pomp statt, in einem eher trostlos wirkenden Tokioter Standesamt. Die japanische Öffentlichkeit hatte die Verbindung von Anfang an skandalisiert, finanzielle Probleme der Mutter des Bräutigams führten sogar nach der Verlobung vor vier Jahren zur Verschiebung der Hochzeit. Die japanische Presse ließ keine Gelegenheit aus, Makos Wahl zu kri­tisieren. Die junge Frau musste jahrelang öffentliche Verurteilungen über sich ergehen lassen. Im Oktober wurde bekannt gegeben, sie leide infolge der Berichterstattung unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Doch jetzt gibt es ein Zeichen der Hoffnung. Makos Vater, Kronprinz Fumihito, erklärte öffentlich, dass der Umgang der Presse mit Mako grausam gewesen sei, »schreckliche« Dinge, auch Unwahrheiten, seien verbreitet worden. Fumihitos Äußerungen müssen als versöhnliche Geste gewertet werden, denn in Japan ist das Kaiserhaus noch zugeknöpfter, was innerfamiliäre Angelegenheiten betrifft, als die königlichen Kollegen in Großbritannien. Das junge Paar lebt nun in einer Mietwohnung in Manhattan, berichtet die »New York Post«. Die Apartments in dem Gebäude sollen mindestens 4300 Dollar im Monat kosten.

KS
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