Versteigerung 61.000 Euro für Titanic-Schwimmweste

Die Überreste der legendären Titanic sind nicht nur für Museen interessant: Sammler weltweit sind von allem, was von dem unfassbaren Unglück vor über 90 Jahren berichtet, fasziniert. Bei einer Versteigerung kam eine Schwimmweste aus dem Luxusschiff jetzt für 61.000 Euro unter den Hammer.


London – Überreste von der Titanic sind selten - die Eigentümergesellschaft des untergegangenen Luxusdampfers wollte nach dem tragischen Unglück 1912 Souvenirjagden vermeiden und verbrannte viele übrig gebliebene Gegenstände schlicht. So gibt es heute nur noch wenig Handfestes, was von dem Schiff und seinen Passagieren berichtet. Und dafür zahlen Sammler beinahe jeden Preis. Eine Schwimmweste erzielte jetzt bei einer Auktion im englischen Wiltshire umgerechnet rund 61.000 Euro.

Wrack der Titanic: Eigentümer-Gesellschaft ließ zahlreiche Gegenstände vom Schiff verbrennen
DPA

Wrack der Titanic: Eigentümer-Gesellschaft ließ zahlreiche Gegenstände vom Schiff verbrennen

Acht Interessenten aus Europa und den USA hätten den Preis immer weiter in die Höhe getrieben, berichtet Andrew Aldridge vom Auktionshaus Henry Aldridge & Sons. Am Ende ging die Jacke an einen britischen Sammler. Aldridge überraschte der Preis nicht allzu sehr: "Es ist ein sehr seltenes Stück", erklärte er. Insgesamt gebe es nur noch sechs oder sieben Rettungsjacken von der Titanic. Der Schätzwert der Weste habe schon vor der Auktion bei umgerechnet 35.000 Euro gelegen.

Die Schwimmweste wurde nach dem tragischen Untergang der Titanic 1912 von einem Rettungsboot gefunden. 1969 ging sie zunächst an ein Museum im südenglischen Dartmouth, bevor sie an einen Sammler in Kanada verkauft und in Museen in Kanada, Florida und Kalifornien ausgestellt wurde.

Neben der Weste wurden bei der Auktion auch Dutzende von Briefen versteigert, geschrieben von Passagieren, die bei dem tragischen Unglück den Tod ums Leben kamen. Die meisten Gegenstände hätten bei der Auktion mehr eingebracht, als zuvor geschätzt worden war, erklärte Aldridge.

Der Brief eines irischen Adligen mit Namen Edward Colley etwa erzielte umgerechnet rund 26.600 Euro. Colley, der am Tag des Untergangs 37 Jahre alt wurde, schrieb darin unter anderem von einem früheren Beinahezusammenstoß mit einem Schiff und vom Essen in der ersten Klasse.

Auch ein Telegramm der Eigentümergesellschaft der Titanic war unter den Auktionsgegenständen. Darin antwortete die Gesellschaft einem US-Senator, dessen Tochter gemeinsam mit ihrem Mann zu den Passagieren gehörte. Die Titanic sei erfolgreich abgeschleppt worden, hieß es in dem Telegramm. "Anfangs wurde allen gesagt, sämtliche Passagiere seien gerettet und das Schiff sei abgeschleppt worden", erklärt Aldridge.

ase/dpa



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