Nicht lustig Ebola-Witz in Passagierflugzeug löst Seuchenalarm aus

Der enorm unlustige Ebola-Gag eines Passagiers hat an Bord eines Urlauberjets der US Airways für Beklemmung gesorgt. Weil der Mann behauptet hatte, an der Seuche erkrankt zu sein, kamen nach der Landung Experten in Schutzanzügen an Bord.

YouTube/Patrick Narvaez

Washington - Mit einem verunglückten Ebola-Scherz hat ein Passagier auf einem Flug von den USA in die Dominikanische Republik Angst unter den Reisenden verbreitet. "I have Ebola, you are all screwed" ("Ich habe Ebola, ihr seid alle geliefert"), soll der Mann in einer US-Maschine auf dem Weg von Philadelphia nach Punta Cana gesagt haben, wie unter anderem der Sender CNN berichtet. Nach der Landung sei ein Sondereinsatzteam der örtlichen Gesundheitsbehörde in blauen Schutzanzügen an Bord gegangen und habe ihn abgeführt.

"Ich habe nur Spaß gemacht, ich bin nicht aus Afrika", soll der Mann dann gerufen haben. Doch statt wie geplant zwei Wochen Urlaub in der Dominikanischen Republik zu machen, musste der 54-Jährige einen Tag nach dem Vorfall vom Mittwoch zurück in die USA - das sagte ein Verantwortlicher des Flughafens von Punta Cana der dominikanischen Zeitung "Diario Libre". Eine Untersuchung habe zuvor ergeben, dass der Mann nicht mit dem Virus infiziert sei.

Die Fluggesellschaft US Airways teilte mit, sie habe angesichts eines möglichen Gesundheitsproblems an Bord die Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde CDC im Kampf gegen Ebola angewandt. Unter den mehr als 200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern habe Beklemmung und Empörung über den 54-Jährigen geherrscht, hieß es in Medienberichten. "So etwas kann man doch nicht machen", wurde ein Fluggast zitiert.

Das Handyvideo eines Passagiers der Maschine zeigt, wie die Seuchenexperten am Flughafen von Punta Cana in die Maschine kommen. Zuvor warnt eine Flugbegleiterin die Reisenden vor dem bedrohlich wirkenden Auftritt: "Ich möchte, dass sich alle hinsetzen. Es wird schlimmer aussehen als es ist." Sie mache ihren Job seit 36 Jahren, fügt sie schließlich hinzu - "und ich denke, dass der Mann, der das gesagt hat, ein Idiot ist."

Ob er darüber hinaus mit strafrechtlichen Folgen rechnen muss, ist bislang unklar.

rls/dpa



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