Video-Kontrollen Schily will Bahnhöfe verschärft überwachen

Innenminister Otto Schily will Konsequenzen aus dem Fund einer scharfen Kofferbombe am Dresdener Hauptbahnhof ziehen. Bahnanlagen sollen künftig noch intensiver als bisher per Video überwacht werden.


Bahnhof-Überwachung per Video: Konsequenzen aus Dresdener Bomdenfund
DDP

Bahnhof-Überwachung per Video: Konsequenzen aus Dresdener Bomdenfund

Berlin - "Wir werden die Video-Überwachung der Bahnanlagen erheblich intensivieren", sagte Schily der "Bild"-Zeitung. Zugleich warnte er vor einer Überreaktion. So seien etwa Kofferschleusen an Bahnhöfen "nicht machbar und den Bahnfahrern auch nicht zuzumuten". "Wenn wir demnächst vor jedem Bahnsteig Aktentaschen und Koffer durchleuchten wollten, müssten Pendler und Reisende wie bei einem Flug ein bis zwei Stunden vor der Abfahrt zum Bahnhof kommen", sagte der Minister.

Schily wies dem Bericht zufolge auf das bestehende Sicherheitssystem hin. "Wir haben ein engmaschiges Sicherheitsnetz im Bahnverkehr", sagte er. "Allein 6000 Bundesgrenzschutzbeamte sorgen für die Sicherheit auf Bahnhöfen und auf den Strecken. Dazu kommen noch die Sicherheitskräfte der Bahn und die der Länderpolizei." Nach Schilys Worten liegen derzeit "keine zusätzlichen Hinweise auf konkret geplante Anschläge in Deutschland vor".

Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamtes war die Kofferbombe scharf und hätte jederzeit explodieren können. Ein LKA-Sprecher bestätigte am Donnerstagabend entsprechende Äußerungen, die LKA-Präsident Peter Raisch in der "Süddeutschen Zeitung" gemacht hatte. "Das Gerät war zündfähig, es hätte funktioniert", hatte Raisch dem Blatt gesagt. Das LKA wollte sich bisher nicht zu der Frage äußern, ob es in dem Fall eine heiße Spur gebe. Der mit Sprengstoff gefüllte Koffer war bei der Sicherstellung am Wochenende von einer Wasserkanone des BGS zerrissen worden.



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