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Vitali Klitschko Allein in Kiew

aus DER SPIEGEL 31/2022
Foto:

Mykhaylo Palinchak / ZUMA Wire / IMAGO

Der Bürgermeister von Kiew hat seine Familie seit Beginn der russischen Angriffe nicht gesehen. Es war eine seiner ersten Maßnahmen, seine Mutter, seine Frau und die drei Kinder außer Landes zu bringen: »Familie ist meine Schwachstelle«, sagte Vitali Klitschko, 51, mehrfacher Weltmeister im Schwergewichts­boxen, der »Times«. Sich nicht um die Sicherheit seiner Lieben sorgen zu müssen, während er die Verteidigung der Stadt organisiere, mache es einfacher, so sei er frei, seine Arbeit zu tun. Klitschko war schon während der Euromaidan-Proteste 2013/2014 für manche Ukra­iner ein Held, seine Präsidentschaftsambitionen stellte er damals zurück. Nun, im Krieg, hat Prä­sident Selenskyj diese Rolle übernommen. Vor der russischen Invasion waren die beiden Männer politische Gegner, im Moment herrscht Ruhe, doch das muss nicht so bleiben. Auf die Frage der »Times«, ob Klitschko immer noch interessiert sei, Präsident zu werden, vermeidet er eine direkte Antwort: »Bitte, machen Sie unseren Präsidenten nicht nervös.« Selenskyj sei ohnehin schon sehr nervös.

KS
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