Vogelgrippe Neuer Verdacht in Dresden

Nur kurz nach der Entwarnung in Hamburg schlagen nun die Gesundheitsbehörden in Dresden Alarm: In der sächsischen Hauptstadt wurde ein Mann mit dem Verdacht auf Vogelgrippe ins Krankenhaus eingeliefert. In Asien starben inzwischen mindestens 14 Menschen an der Krankheit.


Hamburger Tropeninstitut: Entwarnung in der Hansestadt
AP

Hamburger Tropeninstitut: Entwarnung in der Hansestadt

Dresden/Hanoi - Der Patient sei auf Anraten seiner Hausärztin eingeliefert, sagte der Sprecher des Landessozialministeriums, Karltheodor Huttner. Nach Informationen der "Sächsischen Zeitung" handelt es sich um einen in Dresden arbeitenden Vietnamesen, der erst vor wenigen Tagen aus seiner Heimat zurückgekehrt war. Dort habe er auf einer Geflügelfarm seines Bruders mitgearbeitet, schreibt die Zeitung weiter. In dem südostasiatischen Land sind bereits mindestens acht Menschen an der Krankheit gestorben.

Huttner konnte diese Angaben nicht bestätigen. Er sagte lediglich, dass man die Möglichkeit einer Infektion mit dem gefürchteten H5N1-Virus derzeit nicht ausschließen könne. Der behandelnde Arzt der Infektionsstation des Krankenhauses Dresden-Neustadt gehe aber selbst davon aus, dass es sich um eine gewöhnliche Grippe handelt, sagte der Ministeriumssprecher. Absolute Sicherheit solle nach Labortests heute vorliegen.

Zuvor hatte das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin erklärt, dass die am Vortag eingelieferte Patientin mit einem menschlichen Grippevirus infiziert. "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" handle es sich nicht um die in Asien grassierende Vogelgrippe, sagte der Leiter der klinischen Abteilung des Instituts, Gerd-Dieter Burchard.

In Asien ist die Zahl der Todesfälle durch den gefährlichen Erreger auf mindestens 14 gestiegen. In der südvietnamesischen Metropole Ho Chi Minh-Stadt, dem früheren Saigon, starb ein 24 Jahre alter Mann an dem Virus, wie die Gesundheitsbehörden heute mitteilten. In Thailand war am Vortag der Tod eines sieben Jahre alten Jungen durch die Geflügelpest bestätigt worden. Damit fielen bislang in Vietnam mindestens zehn Menschen der Tierseuche zum Opfer, in Thailand vier.

In vier Krankenhäusern in Ho Chi Minh-Stadt seien derzeit insgesamt 35 Verdachtsfälle in Behandlung, sagte der Vize-Direktor des örtlichen Gesundheits-Informationszentrums, Truong Trong Hoang. Die allermeisten von ihnen hätten Kontakt zu Hühnern gehabt.

Die Geflügelpest grassiert in mindestens zehn asiatischen Ländern. Millionen von Hühnern sind an der Krankheit gestorben oder wurden aus Angst vor einer Ausbreitung der Tierseuche getötet.



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