Vollrausch in London Torkelnder Mann wird zum Internet-Star

Es ist eine wahre Klickgranate: Die britische "Sun" hat im Internet Videos eines Mannes veröffentlicht, der Treppen hinabstürzte und Straßen entlangtorkelte - offenbar im Vollrausch. Zehn Tage später soll er am Ort seiner Schmach nach verlorenen Besitztümern gesucht haben.
Screenshot der "Sun"-Website: "Unglaublich, dass er sich nicht ernsthaft verletzt hat"

Screenshot der "Sun"-Website: "Unglaublich, dass er sich nicht ernsthaft verletzt hat"

London - Er greift noch nach der Wand, kann sich aber nicht halten, stolpert die Treppen hinunter, wird immer schneller - und fällt Kopf voran auf den Treppenabsatz. Der Mann im schwarzen Anzug rappelt sich wieder auf, greift zum Geländer, um erst dagegen und dann darüber zu fallen. Diese Szenen entstammen einem Video, das die britische Tageszeitung "Sun" auf ihrer Website veröffentlicht hat  und das den offenbar völlig betrunkenen Mann auf dem Weg in eine U-Bahn-Station zeigt.

Auf weiteren Ausschnitten, die allesamt aus Überwachungskameras stammen sollen, ist der Mann wankend, torkelnd, stolpernd, fallend auf kleineren Straßen zu sehen. Untermalt werden die Videoschnipsel, die den Mann erstaunlich im Fokus haben, mit dramatischer Klaviermusik.

Teilweise sehen die Szenen aus, als hätte ein Stuntman sie vollführt - doch die "Sun" geht davon aus, dass es sich um einen wirklichen Vollrausch handelt. "Wir haben das Material unter der Annahme gekauft, dass es echt ist", sagte ein Mitarbeiter des Video-Ressorts am Donnerstagabend auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Woher das Blatt das Material habe, wollte es unter Hinweis auf den Informantenschutz nicht sagen.

Laut "Sun" war der Mann, der in den Vierzigern sein soll, vor rund anderthalb Wochen bei der Vergabe eines Theaterpreises im edlen Londoner Hotel Savoy negativ aufgefallen. Er sei rausgeflogen, nachdem er volltrunken Gästen vor die Füße gefallen sein soll - unter den Düpierten seien die Schauspieler Liam Neeson und Ian McKellen gewesen.

Nun sei der Mann sogar ins Savoy zurückgekehrt  - um nach seinem verlorenen Portemonnaie und der ebenfalls verlustig gegangenen Jacke zu fragen. "Leider haben wir weder seine Brieftasche noch seine Jacke gesehen. Es ist ein Wunder, dass er sich überhaupt daran erinnern konnte, wo er in dieser Nacht war", zitierte die Zeitung am Donnerstag eine Quelle aus dem Hotel.

Das Personal habe sich das Lachen nur schwer verkneifen können, als es den Mann wiedererkannt habe. "Wir waren alle sehr erleichtert, als wir sahen, dass er nicht unter einen Zug gekommen war", so die Quelle weiter. Der Mann sei total betrunken gewesen: "Es ist unglaublich, dass er sich nicht ernsthaft verletzt hat."

siu

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