Per Fernglas Boeing-Piloten entdecken Yacht in Seenot

Dieser 400 Kilometer lange Umweg hat sich gelohnt: Besatzung und Passagiere eines Air-Canada-Fluges haben geholfen, eine vor Australien in Seenot geratene Yacht ausfindig zu machen. Sie entdeckten das Boot 500 Kilometer östlich von Sydney - dank eines Fernglases.


Sydney - Flug AC033 aus Vancouver landete mit rund 90 Minuten Verspätung in Sydney. Die Boeing 777 mit 270 Passagieren und 18 Besatzungsmitgliedern an Bord war einen 400 Kilometer langen Umweg geflogen - um eine vor der Küste in Seenot geratene Yacht zu orten.

Ein Segler war vor zwei Wochen nördlich von Sydney die Küste des Bundesstaates New South Wales entlanggesegelt. Am Dienstag gab er dann ein Notsignal ab und berichtete, seine Yacht treibe ab. Weil er sich bereits sehr weit entfernt vom Festland befand, bat die australische Behörde für Seenotrettung (AMSA) zwei Passagiermaschinen, dabei zu helfen, die Position des Bootes zu bestätigen.

Wie ein Sprecher von Air Canada mitteilte, änderte die Boeing 777 ihren Kurs. Der Pilot sei auf eine Flughöhe von 1800 Metern gesunken, Besatzung und Passagiere hätten das Boot schließlich ausfindig gemacht - auch dank der Hilfe eines Fernglases, das ein Fluggast den Piloten zur Verfügung gestellt hatte.

Der Segler wurde rund 500 Kilometer östlich von Sydney entdeckt. Er sei wohlauf und nicht mehr in Gefahr, teilte die AMSA laut BBC mit. Ein australisches Rettungsflugzeug habe eine Rettungsinsel und ein Satellitentelefon zu dem Mann hinabgelassen, hieß es. Zudem solle ein Handelsschiff die Yacht vor heftigem Wind schützen, bis ein Boot der Küstenwache den Segler erreiche.

"Wir sind wirklich sehr froh, dass wir helfen konnten", sagte der Air-Canada-Sprecher. Er betonte, die Wetterbedingungen seien der Hauptgrund für die Verspätung - nicht der Umweg.

wit/dapd

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