Nach Vulkanausbruch auf La Palma Ein Haus bleibt stehen

Es steht da ganz allein, umgeben von verbrannter Erde: Ein Häuschen auf La Palma hat den Vulkanausbruch überstanden. Wem gehört es, und was sagen die Bewohner?
Das Haus der Familie Cocq: »Ein Wunder«

Das Haus der Familie Cocq: »Ein Wunder«

Foto: POOL / REUTERS

Es ist ein kleines Wunder in einer großen Katastrophe: In dem Ort El Paraíso, in dem viele Häuser sowie die Schule nach dem Vulkanausbruch auf La Palma von Lavamassen zerstört worden sind, ist ein Haus verschont geblieben. Die Lava floss seltsamerweise um das Häuschen herum, wie auf eindrücklichen Fotos zu sehen ist. Social-Media-Nutzer sprachen von einem »Wunderhaus«.

Inge und Rainer Cocq, ein Ehepaar aus Dänemark, besitzen das Haus und sind erleichtert, dass es noch steht, wie die spanische Zeitung »El Mundo«  berichtet. Vor drei Jahrzehnten kamen Inge und Rainer Cocq das erste Mal auf die Insel, hier wollten sie Energie tanken. Viele ihrer Freunde auf der Insel hätten alles verloren, berichtet »El Mundo«. Und sie seien völlig frustriert, dass sie so weit weg seien.

»Wir haben alle wie verrückt geweint, als ich ihnen (den Besitzern) sagte, dass ihr geliebtes Haus intakt sei«, sagte Ava Monnikendam, die das Haus zusammen mit ihrem Mann gebaut hatte. Die Niederländerin wohnt seit 1976 auf der Insel.

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Das dänische Paar habe sich speziell für La Palma wegen seiner Vulkanlandschaft entschieden, sagte Monnikendam weiter. Es sei »traurig zu wissen, dass das Haus allein da steht, ohne dass sich jemand darum kümmern kann«.

Ein halbes Jahrhundert hielten die Vulkane der Bergkette Cumbre Vieja auf La Palma still. Dann erschütterten gut eine Woche vor der Eruption mehr als tausend Beben die Insel im Nordwesten der Kanaren, die Behörden bereiteten die Bewohner auf den Katastrophenfall vor. Seit dem Ausbruch am Sonntagnachmittag strömt die Lava vom Montaña Rajada über die Westhänge des vulkanischen Rückens hinab und begräbt auf ihrem Weg Richtung Meer Häuser, Schulen, Bananenplantagen. Tag für Tag spuckt die Cumbre Vieja zwischen 6000 und 11.500 Tonnen Schwefeloxid aus.

Mehr als 6000 der rund 83.000 Insulaner mussten ihre Häuser verlassen, etwa 400 Touristen wurden nach Teneriffa gebracht. Die Lava zerstörte laut dem europäischen Erdbeobachtungsdienst Copernicus 350 Gebäude und 166 Hektar Land.

Die finanziellen Schäden schätzte Regionalregierungschef Ángel Víctor Torres einschließlich zerstörter Pflanzungen und Infrastruktur auf »sicher mehr als 400 Millionen Euro«. Laut dem kanarischen Vulkanforschungsinstitut Involcan können die Eruptionen noch drei bis zwölf Wochen andauern.

kha
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