Vulkanausbruch Massenflucht auf den Philippinen

Auf den Philippinen ist am Sonntag auf spektakuläre Weise wieder der Vulkan Mayon ausgebrochen. Mehr als 10.000 Menschen in der Umgebung sind auf der Flucht.


Philippinen: Vulkan Mayon kurz vor dem Ausbruch?
AP

Philippinen: Vulkan Mayon kurz vor dem Ausbruch?

Legazpi - Eine Gas- und Aschewolke schoss 15 Kilometer in die Höhe, autogroße Steine wurden in die Luft geschleudert, Lavafontänen stiegen auf. Noch in zwölf Kilometer Entfernung bebte der Boden von den gewaltigen Explosionen auf dem 2474 Meter hohen Berg. Die Behörden riefen die höchste Warnstufe aus und ordneten die Evakuierung der Dörfer rund um den Vulkan an.

10.000 Menschen sollten ihre Häuser verlassen und Notunterkünfte in der Stadt Legazpi aufsuchen. Mindestens 7000 Menschen verließen auch sofort ihre Dörfer, die in einem Bereich von acht Kilometern um den Vulkan lagen, wie der für die Evakuierungen zuständige Offizier des Katastrophenschutzes. Je nachdem wie sich der Lavafluss entwickelt, könnten bis zu 60.000 Menschen gezwungen sein, ihre Häuser zu verlassen. Die Behörden bereiteten sich auf weitere Evakuierungen vor. Der Direktor des Vulkanologischen Instituts, Raymundo Punongbayan, sagte, der Ausbruch könne noch mehrere Tage dauern.

In den vergangenen Wochen hatte der Vulkan schon wiederholt Felsbrocken und Asche in die Luft geschleudert. Am Samstag wurde die vierte von fünf möglichen Warnstufen ausgerufen, nachdem eine 50 Meter hohe Lavafontäne und eine Aschewolke einen Kilometer in die Höhe geschossen waren. Die Warnstufe fünf, die bedeutet, dass ein Vulkanausbruch im Gang ist, wurde am Sonntag kurz nach Mittag ausgerufen. Es wurde erwartet, dass die Sicht in den Dörfern in der Nähe des Vulkans auf Null sinkt, wenn die Aschewolke nieder sinkt.

Der rund 340 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila gelegene Mayon ist einer der aktivsten Vulkane der Philippinen und gilt als Touristenattraktion. Er brach zuletzt im Februar 2000 aus. Damals hatte eine Serie heftiger Eruptionen rund 68.000 Anwohner aus ihren Häusern vertrieben. Der bislang folgenschwerste Ausbruch ereignete sich 1814, als 1.200 Menschen ums Leben kamen und eine ganze Ortschaft unter Lava begraben wurde.



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