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Wacken Open Air: "Pommesgabel" und Heavy Metal

Foto: Axel Heimken/ dpa

Wacken Open Air Laut bis zum Schluss

Ein letzter Aufschrei aus der Heavy-Metal-Hölle: Das 24. Wacken Open Air ging in der Nacht auf Sonntag dem Ende entgegen. Leiser wurde es aber nicht. Mehr als 75.000 Besucher blickten auf ein bis dahin friedliches Freiluft-Event zurück. Und freuten sich über Alice Cooper.

Wacken - Am Samstag haben Metal-Fans den Abschluss des dreitägigen Wacken Open Air (W:O:A) gefeiert. Erneut wurde das riesige Gelände vor den Hauptbühnen für Konzerte geöffnet, die Party sollte noch bis in die Nacht zum Sonntag gehen. Nach Veranstalterangaben waren mehr als 75.000 Menschen zu dem Festival im 1800-Seelen-Ort Wacken nahe Itzehoe geströmt.

Als musikalische Höhepunkte am dritten Tag des 24. Wacken Open Air stand unter anderem Schockrocker Alice Cooper auf der Bühne, den Abschluss machen Nightwish und Subway to Sally. Erstes Highlight war am Donnerstag die brachiale Feuer-Show von Rammstein - und der dazugehörige Überraschungsauftritt von Schlagersänger Heino. "Metal-Queen" Doro Pesch feierte in Wacken ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum. Die Band Motörhead brach ihren Auftritt am Freitagabend hingegen nach knapp 30 Minuten ab. Frontmann Lemmy Kilmister habe sich aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit schonen müssen, erklärte eine Band-Sprecherin.

Die Polizei erklärte am Samstagnachmittag, das Festival sei bislang relativ friedlich verlaufen. "Wir hatten wenige Anzeigen und wenig Gewalt für eine Veranstaltung dieser Größe", sagte ein Sprecher. Es habe zwar wieder Diebstähle aus Zelten gegeben, aber nicht deutlich mehr als in den vergangenen Jahren. "Wir sind jedes Mal überrascht, wie wenig hier passiert", sagte der Sprecher.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zählte insgesamt rund 2700 Festival-Besucher, die medizinische Hilfe benötigt hätten - meist wegen kleinerer Blessuren. Schwer verletzt hatte sich am Freitag ein 22-Jähriger aus Kiel, als er die Gaskartusche an einem Campingkocher wechseln wollte. Ausströmendes Gas soll sich an einem Grill entzündet haben - die Kartusche explodierte. Am Samstag lag der 22-Jährige nach Angaben der Polizei im künstlichen Koma. Sanitäter hatten zuvor erklärt, eine akute Lebensgefahr bestehe nicht.

Überschattet wurde das Festival vom Tod eines 52-Jährigen. Er war am Freitagmorgen in seinem Zelt gefunden worden, Helfer konnten nichts mehr für ihn tun. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, werde von einer natürlichen Todesursache ausgegangen. Ein Unfall oder ein Verbrechen schlossen die Beamten aus. Eine Obduktion werde es nicht geben.

Das W:O:A ist nach Angaben der Organisatoren das größte Heavy-Metal-Festival der Welt. Rund 120 Bands standen auf dem Programm, knapp 5000 Menschen kümmerten sich um einen reibungslosen Ablauf. Am Sonntag wurde mit der Abreise der meisten "Metalheads" gerechnet. Dann wird aus dem Gelände wieder eine Kuhweide.

sun/dpa
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