Waffe Auto Betrunkener raste vorsätzlich in Straßencafés

14 Menschen wurden verletzt als ein betrunkener Autofahrer in der Innenstadt von Düsseldorf in zwei Straßencafés raste. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft war es kein Unfall - der Mann habe in Tötungsabsicht gehandelt.


Der Amokfahrer hinterließ mit seinem Cabrio eine Spur der Verwüstung
AP

Der Amokfahrer hinterließ mit seinem Cabrio eine Spur der Verwüstung

Düsseldorf - Der 64-jährige Fahrer habe sein mehr als 200 PS starkes Cabrio erst gestoppt, nachdem eine Achse des Fahrzeugs gebrochen und eine Weiterfahrt unmöglich gewesen sei, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei am Sonntag. Auch die Spurensicherung und Aussagen des Mannes wiesen in diese Richtung.

Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. "Dem Mann war klar, was er tat, und er hat dabei den Tod von Menschen billigend in Kauf genommen", sagte Staatsanwalt Uwe Kessel. "Da ihn eine erhebliche Strafe erwartet, müssen wir von Fluchtgefahr ausgehen."

Der Fahrer, ein Wirt, habe bei der Polizei angegeben, dass er wegen Steuer-Nachforderungen vor dem Ruin stehe und außerdem von seiner 31-jährigen Freundin verlassen worden sei, berichtete der Staatsanwalt. Der Mann habe seit dem Morgen in seiner Kneipe Sekt getrunken, sei dann am Nachmittag in den Sportwagen gestiegen und losgerast. Der Atemalkoholtest ergab später einen Wert von 1,8 Promille.

Ein 50-jähriger Fußgänger schwebt den Angaben zufolge am Sonntag noch immer in Lebensgefahr. Auch ein achtjähriges Mädchen wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Der Fahrer selbst blieb unverletzt.



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