Polen Militärexperten sollen angeblichen Nazi-Zug aufspüren

Gibt es den Nazi-Zug und wenn ja, wo ist er? Kaum ein Thema beschäftigt Polen gerade so sehr. Nun werden Militärexperten das Gelände in Niederschlesien untersuchen.

Tunnel in Walim nahe Walbrzych: Militärexperten sollen helfen
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Tunnel in Walim nahe Walbrzych: Militärexperten sollen helfen


Der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak hat Hilfe bei der Suche nach einem in Niederschlesien vermuteten deutschen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg zugesagt. Ministeriumssprecher Jacek Sonta berichtete über Twitter, der Minister habe genehmigt, dass Militärexperten das Gelände um die Stadt Walbrzych untersuchen.

Zwei bisher unbekannte Männer, ein Pole und ein Deutscher, hatten vor zwei Wochen den Fund in einem unterirdischen Tunnel gemeldet, den genauen Ort wollen sie jedoch nur gegen eine Belohnung verraten. Das Versteck wird zwischen den Kilometerpunkten 60 und 65 vermutet. Über die Ladung des angeblichen Nazi-Zugs wird heftig spekuliert. So mancher Schatzsucher glaubt, die Wagen enthielten Raubgold der Nationalsozialisten.

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Gerüchte über Nazi-Zug: Aufregung in Niederschlesien

Der Leiter der Bezirksregierung in Wroclaw hatte wegen der fehlenden handfesten Beweise am Montag um Hilfe des Militärs gebeten. Mit Bodenradaren, wie sie auch bei der Suche nach Minen eingesetzt werden, soll die mutmaßliche Fundstelle an der Bahnstrecke zwischen Wroclaw und Walbrzych untersucht werden.

Experten wollen sich in den kommenden Tagen einen ersten Eindruck von dem Gelände verschaffen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden, hieß es.

Auch wenn die Existenz des Zuges von den Behörden noch angezweifelt wird, betonte Cezary Przybylski, der Chef der niederschlesischen Bezirksverwaltung, in einem örtlichen Rundfunksender: "Der Zug sollte auf jeden Fall in Niederschlesien bleiben."

gam/dpa

insgesamt 23 Beiträge
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nesmo 01.09.2015
1. Vielleicht
sollte erstmal völkerrechtlich geklärt werden, wem der Zug gehört. Der Deutschen Reichsbahn bzw. ihrem Rechtsnachfolger? Der Zug ist ja kein Kriegsmaterial. Und wem gehört dann der Inhalt eines Zuges, wenn nicht zunächst dem Zugeigentümer? Wenn jemand seinen Bus dort 1945 in einer Scheune versteckt hätte, wäre er ja auch noch Eigentümer. Mittlerweile melden aber sogar schon die Russen Ansprüche an.
Walt_Kowalski 01.09.2015
2.
So eine Bergung ist zeitaufwändig und kostenintensiv. Von daher ist es verständlich das sie Prüfungen vornehmen, bevor schweres Gerät angeschafft wird. Ebenfalls unter dem Aspekt der Sicherheit müssen Experten tätig werden, bevor sich jede Laie versucht. Gold? Wie ich letztens gehört habe war die Schlesische Gebirgsbahn intakt und leitete viele Transporte via Westen. Daher fällt es mir schwer zu glauben, dass es einen lukrativen Fund geben wird.
Walt_Kowalski 01.09.2015
3.
So eine Bergung ist zeitaufwändig und kostenintensiv. Von daher ist es verständlich das sie Prüfungen vornehmen, bevor schweres Gerät angeschafft wird. Ebenfalls unter dem Aspekt der Sicherheit müssen Experten tätig werden, bevor sich jede Laie versucht. Gold? Wie ich letztens gehört habe war die Schlesische Gebirgsbahn intakt und leitete viele Transporte via Westen. Daher fällt es mir schwer zu glauben, dass es einen lukrativen Fund geben wird.
coniferia 01.09.2015
4. Der Zug ist da....
... wo das Bernsteinzimmer, das Reichsbankgold und weitere sagenhafte Schätze lagern. In der Phantasie. Erzählt mir doch nicht, daß 70 Jahre niemand in den Tunneln nachgeschaut hat. Dass 70 Jahre keiner von so einer Zugbesatzung geplaudert hat.... Nach der Vertreibung wurde in Polen jeder Garten durchsucht, um das vergrabene Porzellan der Deutschen zu finden. Mag ja sein, dass da vielleicht paar kaputte Waggons stehen. Aber dass da was wertvolles drin ist, ist doch nicht ernsthaft zu erwarten. Das ganze ist ein nettes Thema fürs Sommerloch und die Tourismuswerbung Niederschlesiens.
Emmi 01.09.2015
5. Bernsteinzimmer!?
Da is bestimmt auch das lange vermisste Bernsteinzimmer drin!
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