Bilanz nach Waldbränden Fast 1000 Gebäude im US-Bundesstaat Colorado zerstört

Im US-Bundesstaat Colorado wird nun das Ausmaß der verheerenden Waldbrände sichtbar: Bislang gehen die Behörden von rund 1000 abgebrannten Häusern aus. Man rechne aber noch mit einem Anstieg.
Bewohner stehen vor ihren zerstörten Wohnhäusern

Bewohner stehen vor ihren zerstörten Wohnhäusern

Foto: David Zalubowski / AP

Bei den Bränden im US-Bundesstaat Colorado, bei denen nördlich von Denver mehr als 30.000 Menschen evakuiert wurden, sind nach offiziellen Angaben bisher rund 1000 Gebäude zerstört worden, drei Menschen werden vermisst. 991 Bauten seien den Flammen zum Opfer gefallen, rund 130 weitere Gebäude seien einer ersten Erhebung zufolge beschädigt worden, teilte das Büro des Sheriffs für den Bezirk Boulder am Samstag mit. Es sei zu erwarten, dass die Zahl bei genaueren Inspektionen noch ansteigen werde. Am Freitag waren die Behörden noch von rund 500 beschädigten oder zerstörten Häusern ausgegangen.

Drei Menschen  galten dem Katastrophenschutz zufolge nach den Bränden zunächst noch als vermisst, sieben waren verletzt worden. Bislang wurden keine Todesopfer gemeldet. Die Behörden wollen demnach Suchhunde einsetzen, um die Vermissten zu bergen, sobald es das Wetter zulässt. Kleinere Brandherde hatten sich am Donnerstag in dem Gebiet rasch ausgebreitet, begünstigt von teils sehr starken Winden. In den Orten Louisville und Superior sollten sich rund 34.000 Einwohner in Sicherheit bringen.

Die Ursache der Brände war noch unklar. Behördenvertreter hatten zunächst spekuliert, dass die für die Winterzeit in der Region untypischen Feuer ausgelöst wurden, als der Wind Stromleitungen zu Boden riss. Sheriff Joe Pelle sagte jedoch am Samstag, es seien keine kaputten Stromleitungen gefunden worden. Es gebe wegen der Brände einen Durchsuchungsbeschluss, sagte er – ohne weitere Details zu nennen.

Aufnahmen zeigen Ausmaß der Zerstörung

Auf Luftbildern waren ganze Straßenzüge zu sehen, in denen nur noch ein Haufen Asche von den Häusern übrig war. Andere Häuser in der Nachbarschaft blieben aus nicht ersichtlichen Gründen unversehrt. Waldbrände im Winter sind in der Region sehr ungewöhnlich. Aber eine seit Monaten andauernde Dürre in der Region hatte die Ausbreitung der Feuer begünstigt. Verbliebene Glutherde wurden in der Nacht zum Samstag mit rund 20 Zentimeter Neuschnee bedeckt, weswegen das Feuer nicht mehr als bedrohlich galt. Der als »Marshall Fire« bezeichnete Brand hatte sich Medienberichten zufolge auf einer Fläche von etwa 24 Quadratkilometern ausgebreitet.

Die Menschen hatten nur wenig Zeit, die Region zu verlassen. Ihr Hab und Gut blieb zurück.

Die Menschen hatten nur wenig Zeit, die Region zu verlassen. Ihr Hab und Gut blieb zurück.

Foto: David Zalubowski / AP

Gouverneur Jared Polis hatte für den Bezirk nordwestlich der Regionalhauptstadt Denver bereits am Donnerstag den Notstand erklärt. US-Präsident Joe Biden genehmigte zudem eine Notstandserklärung nach Bundesrecht, was zusätzliche Hilfe für die Betroffenen ermöglicht. »Das war eine Katastrophe im Zeitraffer«, erklärte Polis. »Viele Familien hatten nur Minuten, um, was immer sie konnten – ihre Haustiere, ihre Kinder –, ins Auto zu setzen und wegzufahren.«

kah/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.