Türkei Erdoğan bringt Todesstrafe für Brandstifter ins Spiel

Im Südwesten der Türkei wüten schwere Feuer, die Behörden haben bereits mutmaßliche Brandstifter gefasst. Präsident Erdoğan schlägt nun drastische Strafen vor – zur Abschreckung, wie er sagt.
Präsident Erdoğan beim Überflug des Waldbrandgebiets bei Marmaris

Präsident Erdoğan beim Überflug des Waldbrandgebiets bei Marmaris

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Murat Cetinmuhurdar / REUTERS

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat im Zusammenhang mit den Waldbränden in seinem Land eine Wiedereinführung der Todesstrafe angedeutet. »Wo soll es hinführen? Todesstrafe? Es sollte Todesstrafe sein«, sagte Erdoğan am Freitag bei einer Rede in der von den Bränden betroffenen Region nahe der Stadt Marmaris.

Die Todesstrafe könne eine »abschreckende« Strafe sein, sagte der Präsident. Ob Erdoğan sich damit direkt auf die Bestrafung von Brandstiftung bezog, ließ er offen.

Die Todesstrafe ist in der Türkei abgeschafft. Erdoğan hatte in der Vergangenheit aber häufiger für die Wiedereinführung der Todesstrafe plädiert und damit international scharfe Kritik geerntet.

In der südwesttürkischen Urlaubsregion Marmaris bekämpfen Einsatzkräfte seit mehreren Tagen Brände, die Erdoğan zufolge bisher 4000 Hektar Wald erfasst haben. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hat es bereits Verhaftungen im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Brandstiftung gegeben.

Brände laut Erdoğan unter Kontrolle

Die Feuer nahe Marmaris sind dem Präsidenten zufolge weitgehend unter Kontrolle. Laut der Nachrichtenagentur AP waren 45 Menschen durch die Brände direkt betroffen, 19 wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Mehr als 400 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. »Wir sind glücklich, dass niemand ums Leben gekommen ist und dass niemand vermisst wird«, sagte Erdoğan laut AP.

Einsatzkräfte bei einem Waldbrand nahe Marmaris

Einsatzkräfte bei einem Waldbrand nahe Marmaris

Foto: Uncredited / dpa

Zur Eindämmung des Feuers waren demnach mehr als 2500 Feuerwehrleute sowie 41 Löschflugzeuge und Helikopter im Einsatz. Unterstützt wurden die türkischen Brandbekämpfer auch aus Aserbaidschan und Katar. Die Region um Marmaris und Bodrum war bereits im vergangenen Jahr schwer von Waldbränden getroffen worden.

Laut Nachrichtenagentur Reuters beklagen türkische Beamte, die Regierung sei abermals nicht ausreichend auf die Gefahr vorbereitet. Die Regierung in Ankara bestreitet das.

fek/dpa/AP
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