Südeuropa Tausende Menschen fliehen vor verheerenden Waldbränden

Die Wald- und Buschbrände in den südlichen Regionen von Frankreich, Griechenland, Italien und Portugal sind noch nicht unter Kontrolle gebracht. Ortschaften werden evakuiert, Tausende Menschen sind auf der Flucht.
Ein Hubschrauber wirft Wasser über einem Dorf etwa 55 Kilometer südlich von Athen ab

Ein Hubschrauber wirft Wasser über einem Dorf etwa 55 Kilometer südlich von Athen ab

Foto: Thanassis Stavrakis / dpa

Die Regionen im Mittelmeerraum haben weiter mit heftigen Waldbränden zu kämpfen. In Griechenland versuchen 330 Einsatzkräfte, einen Waldbrand bei Athen unter Kontrolle zu bringen, in Portugal waren rund 600 Feuerwehrleute im Einsatz und in Südfrankreich kämpfen sogar 900 Feuerwehrleute gegen die Brände. Campingplätze und ganze Ortschaften werden evakuiert. Tausende Menschen fliehen vor den Flammen.

In den vergangenen Wochen war es unter anderem in Griechenland, der Türkei, Italien und Algerien zu verheerenden Waldbränden gekommen. Wissenschaftler machen die globale Klimaerwärmung verantwortlich für die starke Dürre und heftigen Brände.

Tausende fliehen vor Waldbränden in Südfrankreich

Tausende Anwohner und Touristen haben sich vor weiter ausdehnenden Waldbränden in Südfrankreich in Sicherheit gebracht. Die Brände seien noch nicht unter Kontrolle und rund 900 Feuerwehrleute zu ihrer Bekämpfung im Einsatz, teilte die Präfektur in Toulon mit. Unterstützt werden sie von zehn Löschflugzeugen und drei Hubschraubern. Viele Straßen im Hinterland vom Golf von Saint-Tropez seien gesperrt.

Rund 5000 Hektar Gelände seien bereits verbrannt. Zwölf Campingplätze in der Region waren vorsorglich evakuiert worden, ebenso wie zahlreiche Anwohner. Noch könne niemand in seine Unterkunft zurückkehren, betonte die Präfektur.

19 Menschen erlitten eine Rauchgasvergiftung und drei weitere wurden leicht verletzt, berichtete der Sender »France bleu« unter Verweis auf eine vorläufige Bilanz des Präfekten. Innenminister Gérald Darmanin wollte am Dienstag die betroffene Region besuchen. Vorangegangen waren den Bränden eine Hitzewelle und große Trockenheit. Die Feuer wurden von kräftigem Wind angefacht. Wie die örtliche Feuerwehr mitteilte, breitete sich der Brand in der Region seit seinem Ausbruch über eine Entfernung von 22 Kilometern aus.

Kilometerlange Feuerfront im Westen von Athen

Griechische und internationale Feuerwehrleute haben weiter gegen einen unkontrollierten Wald- und Buschbrand im Westen der griechischen Hauptstadt Athen gekämpft. Am Dienstagmorgen wurde die Evakuierung etlicher nahe gelegener Ortschaften angeordnet. Es handelt sich Medienberichten zufolge um eine kilometerlange Feuerfront in der Nähe des Ortes Vilia, die bereits am Montagabend ausbrach. Der Rauch des Feuers ist so stark, dass man ihn auch auf Satellitenbildern sieht.

Ein Satellitenbild vom 8. August zeigt die Rauchentwicklung über Griechenland

Ein Satellitenbild vom 8. August zeigt die Rauchentwicklung über Griechenland

Foto: Satellite image ©2021 Maxar Technologies / AP

Laut Feuerwehr sind rund 330 Einsatzkräfte mit 115 Fahrzeugen vor Ort; am Dienstagmorgen konnte zudem wieder mit Löscharbeiten aus der Luft begonnen werden. Im Einsatz sind sechs Hubschrauber und fünf Flugzeuge. Insgesamt registrierte die griechische Feuerwehr von Montag- bis Dienstagmorgen 44 neue Waldbrände.

Feuerwehr kämpft gegen großen Waldbrand in portugiesischer Algarve-Region

In der portugiesischen Urlaubsregion Algarve kämpft die Feuerwehr gegen einen großen Waldbrand. Ein Feuerwehrmann wurde nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde vom Dienstag bei Löscharbeiten nahe dem Ort Castro Marim verletzt und musste mit Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht werden, zwei weitere erlitten Rauchvergiftungen. Rund 600 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Das Feuer war am frühen Montagmorgen ausgebrochen und konnte zunächst eingedämmt werden, bevor es am Nachmittag wieder neu entflammte und sich über eine Fläche von rund 3000 Hektar ausbreitete. Das Feuer fraß sich in Richtung Küste vor, die Autobahn zwischen dem Osten und dem Westen der Algarve wurde gesperrt. Am Dienstagmorgen breitete sich der Waldbrand in Richtung des Ortes Tavira aus.

Auch Italien betroffen

Während der Norden Italiens mit schweren Unwettern zu kämpfen hat, gehen in Süditalien die Löscharbeiten im Kampf gegen die Wald- und Buschbrände weiter. Vor allem auf Sizilien galt mit Ausnahme einer Provinz im Nordosten die höchste Waldbrand-Warnstufe. Im Süden geben Trockenheit, Hitze und starke Winde den Flammen immer wieder Nährboden.

Auch Löschflugzeuge sind vielerorts auf den großen Inseln, in Kalabrien am Südzipfel des Festlandes oder etwa im Latium, wo Rom liegt, im Einsatz. Die Zivilschutzbehörde zählte nach Angaben vom Montagabend seit Mitte Juni mehr als 1000 Anfragen für Löschunterstützung aus der Luft.

kim/dpa/AFP
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