Waldbrände in Südeuropa Alarmstufe in Griechenland und Spanien, vorerst Entwarnung in Frankreich

In Griechenland lodern die Flammen unvermindert weiter, auf der Urlaubsinsel Teneriffa wurden Hunderte Menschen evakuiert: Die Hitze sorgt weiter für eine teils sehr hohe Waldbrandgefahr im Süden Europas.
Ein Stromkabel löste den Brand aus: Feuer in der Nähe des griechischen Dorfs Krestena

Ein Stromkabel löste den Brand aus: Feuer in der Nähe des griechischen Dorfs Krestena

Foto: Giannis Spyrounis / dpa

Deutschland steht ein weiterer Hitzetag bevor – der erneut eine sehr hohe Waldbrandgefahr vor allem für den Süden und Osten des Landes mit sich bringt. Auch im Süden Europas steigen die Temperaturen erneut extrem an.

Ein Ende der Brände in Griechenland ist nicht abzusehen. Im Nordosten des Landes brannte es im Nationalpark Dadia den fünften Tag in Folge. Dort waren 320 Feuerwehrleute mit 68 Löschzügen sowie sechs Löschflugzeuge und zwei Hubschrauber im Einsatz. Auch das Militär war zur Unterstützung vor Ort.

Im Südteil der Insel Lesbos konnte das Feuer ebenfalls noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Dort sollen bereits Tausende Hektar Fläche verbrannt sein, berichtete die Tageszeitung »Kathimerini«. Und auch die Halbinsel Peloponnes blieb nicht verschont – dort brach am Sonntag im westlich gelegenen Regionalbezirk Ilia ein großer Brand aus, der auch Wohngebiete gefährdete.

Die Rauchentwicklung war am Sonntag so stark, dass sie deutlich auf Satellitenbildern zu sehen war. Das teilte das europäische Erdbeobachtungssystem Copernicus auf Twitter mit und postete ein entsprechendes Foto.

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Für Montag hat die Feuerwehr für Teile Mittelgriechenlands erneut die zweithöchste Warnstufe ausgegeben – das Waldbrandrisiko gilt dort als »sehr hoch«. Betroffen sind unter anderem die Hauptstadt Athen und Umgebung sowie die Insel Euböa. Auch im Rest des Landes ist die Gefahr »hoch«. In der vergangenen Woche registrierte die Feuerwehr täglich mehr als hundert Brandherde. Die Trockenheit dauert Meteorologen zufolge an, die Temperaturen sollen weiterhin sehr hoch bleiben und örtlich auf bis zu 40 Grad steigen. In manchen Gegenden kommt starker Wind hinzu, der Brandherde anheizt.

Hunderte Bewohner auf Teneriffa evakuiert

Auch in Spanien geht die Serie der Waldbrände weiter. Sorgen bereitete vor allem ein Feuer auf Teneriffa. Auf der beliebten Kanareninsel haben die Flammen bisher mehr als 24 Quadratkilometer zerstört, wie der Regionalpräsident Ángel Víctor Torres am Sonntagnachmittag sagte. Im betroffenen Gebiet im Norden der Insel hatte man am Samstag fast 600 Bewohner von La Guancha und von vier weiteren Gemeinden gerettet. 2022 ist für Spanien bereits jetzt das verheerendste Waldbrandjahr seit Beginn der Erfassungen.

Obwohl eine besonders lange und intensive Hitzewelle erst vor einigen Tagen zu Ende gegangen ist, machen extrem hohe Temperaturen Menschen im Land weiter zu schaffen. In Andalusien im Süden Spaniens wurden am Sonntag bis zu 44 Grad registriert, auf Mallorca kletterte die Quecksilbersäule auf bis zu 37 Grad. Für Montag werden für das Zentrum und den Nordosten der bei Deutschen so beliebten Insel bis zu 40 Grad erwartet. Am Ballermann an der Playa de Palma sollte es aber »nur« 34 Grad warm werden.

Für die Brände an Frankreichs Atlantikküste gibt es derweil teilweise Entwarnung: Das Feuer in La Teste-de-Buch gilt als gelöscht. Alle Bewohner durften am Wochenende in ihre Häuser zurückkehren, wie die zuständige Präfektur mitteilte. Der Brand in Landiras hingegen ist zwar unter Kontrolle. Es gebe aber noch rund 30 aktive Brandherde und es bestehe die Gefahr, dass das Feuer wieder aufflamme, hieß es.

Flammen bedrohen US-Nationalpark Yosemite

Jenseits des Atlantiks in den USA bedroht in Kalifornien ein sich rasch ausbreitendes Feuer auch den berühmten US-Nationalpark Yosemite. Gouverneur Gavin Newsom verhängte den Notstand in dem betroffenen Gebiet. Das sogenannte Oak Fire, das auf mehr als 63 Quadratkilometern wütete, zerstörte zehn Gebäude und beschädigte fünf weitere, wie die zuständige Behörde Cal Fire mitteilte.

DER SPIEGEL

Knapp 2700 Häuser seien von dem Brand bedroht, der aus noch unbekannten Gründen am Freitagnachmittag ausgebrochen war.

lmd/dpa
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