Waldbrände in Kalifornien Funken von Stromleitung als Auslöser - Angst vor Starkwind
Feuerwehrmann in Los Angeles: Kampf gegen die Flammen
Foto: Christian Monterrosa/APEin Feuer am Westrand von Los Angeles, das Tausende Anwohner in die Flucht schlug, ist nach Angaben der Behörden durch Funken von einer Stromleitung ausgelöst worden. Der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, gab die wahrscheinliche Ursache für das sogenannte Getty-Feuer bekannt.
Demnach hatte starker Wind einen Ast von einem Baum abgebrochen, der eine Stromleitung traf. Funken sollen dann trockenes Gebüsch in Flammen gesetzt haben.
Das in der Nacht zum Montag ausgebrochene Feuer nahe dem weltberühmten Getty-Kunstmuseum hatte schnell um sich gegriffen. Es bedrohte zeitweise rund 10.000 Gebäude. Tausende Menschen mussten ihre Häuser räumen, darunter auch der Schauspieler Arnold Schwarzenegger. Zwölf Gebäude brannten ab.
In Kalifornien wüten derzeit mehrere Wald- und Buschbrände. Gouverneur Gavin Newsom hat den Notstand für den gesamten Bundesstaat ausgerufen.
Video: Waldbrände treiben Zehntausende in die Flucht
"Extremes Feuerrisiko"
Tausende Feuerwehrleute arbeiten rund um die Uhr, Zehntausende Anwohner sind aus ihren Häusern geflohen, Hunderttausende haben keinen Strom - doch es könnte noch schlimmer kommen: Meteorologen warnten für die Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) vor Wind in Hurrikan-Stärke. Dieser könnte die bestehende Glut erneut anfachen und die Feuer weiter verbreiten. In den Bezirken Los Angeles und Ventura sei bei großer Trockenheit mit Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 130 Kilometern pro Stunde zu rechnen, so der Wetterdienst. Es bestehe ein "extremes Feuerrisiko".
"Es braucht nur ein Stück glimmende Kohle, ein einziges, um ein neues Buschfeuer zu entzünden", warnte der Feuerwehrchef von Los Angeles, Ralph Terrazas. Glut könne vom Wind kilometerweit getragen werden.
Bürgermeister Garcetti sagte, Anwohner müssten sich auf "die schlimmsten Winde des Jahres" gefasst machen. Die Feuerwehr habe wegen der sogenannten Santa-Ana-Winde an wichtigen Orten bereits Ressourcen und Personal in Stellung gebracht, um mögliche Feuer schnell unter Kontrolle zu bringen, sagte er. "Wir sind bereit, an mehr als einer Front zu kämpfen."
Waldbrände in Kalifornien: Kampf gegen die Flammen
Bei der Bekämpfung des größten Brands, des "Kincade"-Feuers im Weinbaugebiet Sonoma County nördlich von San Francisco, sind unterdessen gut 4000 Feuerwehrleute im Einsatz, wie die Behörden mitteilten. Löschfahrzeuge und Feuerwehrleute aus zwölf US-Bundesstaaten seien den örtlichen Einsatzkräften zur Hilfe geeilt.
Die Flammen wüten dort seit Tagen und breiteten sich bisher nach Behördenangaben auf einer Fläche von mehr als 300 Quadratkilometern aus - das entspricht etwa der Fläche der Stadt München. Der Brand ist bislang zu 15 Prozent unter Kontrolle, doch auch dort drohen starke Windböen, die das Feuer erneut anfachen könnten.
Wegen der extremen Brandgefahr haben Stromversorger in Teilen des Bundesstaats vorsorglich Hunderttausenden Menschen den Strom abgeschaltet. Am Dienstag waren noch etwa 430.000 Haushalte betroffen, wie Gouverneur Newsom mitteilte.
Brände zu dieser Jahreszeit sind in Kalifornien nichts Unübliches, denn die Santa-Ana-Winde wehen dann besonders stark. Hinzu kommen die jahrelange Trockenheit und hohe Temperaturen - ein Mix, der das Ausbreiten von Flammen begünstigt.